VW will bis 2018 der größte Automobilhersteller der Welt sein. Um an Toyota vorbeiziehen zu können, ist der deutsche Autobauer auf wichtige Märkte wie die USA und China angewiesen. Dort sind deutsche Autos begehrt wie nie.

Wenn am Dienstag (13. Mai) die Hauptversammlung des VW-Konzerns in Hannover stattfindet, steht der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn den Aktionären Rede und Antwort. Auf dem Weg zum größten Autohersteller weltweit muss sich der VW-Chef auch Kritik gefallen lassen. Um General Motors deutlicher abzuhängen und an dem weltweiten Absatzprimus Toyota vorbeizuziehen, ist es notwendig, den Absatz auf den größten Pkw-Märkten zu steigern. Insbesondere die USA gelten aktuell als Baustelle des Konzerns. Hier können die deutschen Premiummarken BMW und Mercedes derzeit mehr punkten - ihr Absatz wächst, während die VW-Neuzulassungen in Nordamerika zuletzt zurückgingen.

Die wichtigsten Pkw-Märkte: Westeuropa, USA und China

Wer zum größten Autohersteller der Welt aufsteigen will, ist gezwungen, seine Autos auf den größten Pkw-Märkten der Welt gut zu vermarkten. Neben dem für deutsche Autobauer naheliegenden westeuropäischen Markt sind das vor allem die USA und China. Beide Märkte befinden sich derzeit im Aufwind, wovon auch viele deutsche Hersteller profitieren. Im ersten Quartal 2014 wurden in den USA 3.728.000 Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) neu zugelassen - das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Noch deutlicher wächst der chinesische Markt: 4.472.200 Neuzulassungen von Januar bis März entsprechen einem Plus von 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Deutsche Automarken im Aufwind

Den Aufwind auf den größten Märkten bekommen auch die deutschen Hersteller zu spüren. Im letzten Berichtsmonat, dem April 2014, konnten alle Autoriesen ihren Absatz deutlich steigern. Stärkster Wachstumstreiber - sowohl bei VW als auch bei BMW und Mercedes - war China. Der Wolfsburger Hersteller verzeichnete ein Plus von 17,5 Prozent und konnte insgesamt 921.400 Fahrzeuge per April (Januar bis April 2014) verkaufen. In absoluten Zahlen liegt BMW mit einem Absatz von 145.716 Einheiten (plus 20,6 Prozent) dahinter, Mercedes lieferte seit Jahresbeginn 89.496 Autos und damit 45,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat in China aus.

In den USA hingegen liegt VW nicht mehr so deutlich vor seinem deutschen Konkurrenten BMW. Während der Absatz der Wolfsburger per April 2014 um 10,4 Prozent auf 118.200 Einheiten sank, konnte BMW ein Absatzplus von 2,5 Prozent auf 110.626 Fahrzeuge verzeichnen. Einen neuen Mercedes legten sich seit Jahresbeginn 98.501 Amerikaner zu (plus 6,1 Prozent).

Schnellere Modellwechsel und technische Innovationen nötig

Deutsche Autos sind weltweit gefragt. Die wachsenden Absatzzahlen auf den größten Pkw-Märkten machen Visionen wie die von VW nachvollziehbar. Um aber die magische Marke von zehn Millionen verkauften Pkw pro Jahr zu durchbrechen und Toyota zu überholen, hat auch der größte deutsche Autokonzern noch Hausaufgaben zu machen. Als wichtige Maßnahme auf dem Weg zu mehr Effizienz gilt bei allen Herstellern das Baukastenprinzip. Eine Plattform für möglichst viele Autos soll die Kosten senken. Dafür und auch an anderer Stelle sind zudem weiterhin große Investitionen nötig. VW muss zum Beispiel sein Problem auf dem US-Markt angehen, das unter anderem in der zu seltenen Überarbeitung seiner Modellpalette begründet liegt. Im Vergleich zu BMW hängt Volkswagen außerdem in Sachen Elektromobilität noch zurück.

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