Kaum ein Fahrzeugsegment ist so hart umkämpft wie die Kompaktklasse. Seit März 2013 mischt auch der Audi A3 Sportback mit, die fünftürige Version des erfolgreichen Kompakten aus Ingolstadt.

Aber obwohl sich Konkurrent an Konkurrent reiht, kann doch nur ein Modell das Segment anführen – und das ist seit Jahren der VW Golf. So kommt es nicht von ungefähr, dass ebenso häufig von der Golf-Klasse die Rede ist. Denn der Golf – aktuell in seiner siebten Generation – setzt seit je her Maßstäbe. Alle Kompaktwagen müssen sich an ihm messen lassen. Doch der Audi A3 scheut den Vergleich mit dem ewigen Bestseller aus demselben Konzern nicht.

Emotionalität gegen Vernunft

Das Prinzip ist bekannt: Der VW Golf 7 soll möglichst vielen Menschen gefallen und ist daher wenig auffällig gestaltet. Design-Experimente überlassen die Wolfsburger lieber der weniger etablierten Konkurrenz. Seit sieben Generationen wird der Bestseller daher modernisiert, aber so wenig wie möglich verändert. Wer jedoch einen Wagen zum Schmeicheln des eigenen Egos sucht, der ist bei dem Biedermann aus Wolfsburg an der falschen Adresse. Da kommt eher die Premiumkonkurrenz mit dem BMW 1er, der Mercedes A-Klasse oder eben dem Audi A3 infrage. Hier findet die besser betuchte Käuferschaft edles Design und in der Regel einen Hauch mehr Sportlichkeit. Maßstäbe in Sachen Eleganz und Dynamik setzt auch der Audi A3 Sportback, der als erster Kompaktwagen mit Voll-LED-Scheinwerfern nicht nur außen einen Hauch von Oberklasse vermittelt.

Audi A3 Sportback – Der edle Innenraum setzt Maßstäbe

Weiches Leder, Alcantara, eine gewohnt hochwertige Verarbeitung und modernes Infotainment lassen fast vergessen, dass es sich beim getesteten Audi A3 Sportback um einen Vertreter der Kompaktklasse handelt. Nicht nur der Golf sieht im Vergleich „alt“ aus – selbst die Premiumkonkurrenz aus München und Stuttgart lässt der Ingolstädter auf diesem Gebiet hinter sich. Lediglich Mittelmaß ist allerdings der Laderaum. Mit 380 Litern fasst der Kofferraum des „Möchtegern-Kombis“ gerade einmal so viel wie die reguläre Version des VW Golf. Eine Mitschuld tragen die abrasierten Ecken am Heck, die den Audi A3 Sportback dynamisch wirken lassen, aber wertvollen Platz im Innenraum stehlen. Für den Familienurlaub ist der edle Kompakte daher nur bedingt geeignet. Besser passt das Auto zum kinderlosen Besserverdiener, der mit Frau oder Freunden zum Golfspielen verabredet ist.

Sparsamer 1.4 TFSI im Test

Der getestete 1,4-Liter-Turbobenziner ist mit 122 PS eines der kleineren erhältlichen Aggregate, erweist sich jedoch viel spritziger, als es das Datenblatt vermuten lässt. Mit 200 Nm, die schon ab 1.400 Touren anliegen, ist der 1.300 Kilogramm schwere Audi A3 Sportback ausreichend kraftvoll motorisiert, um jederzeit zum schnellen Überholmanöver ansetzen zu können. Ebenfalls positiv: Die von Audi versprochenen Normverbräuche sind recht realistisch. Wer seinen Gasfuß im Zaum hält, schafft Werte unter sechs Litern. Allerdings macht das den hohen Anschaffungspreis nicht wett: So sehr der Audi A3 Sportback auch mit guten Fahr- und Verbrauchswerten punkten mag, Vernunftmenschen werden wohl nach wie vor zu günstigeren Kompaktwagen greifen. Denn beim Audi A3 Sportback zahlt man für den emotionalen Faktor und das vergleichsweise aufregende Design obendrauf. Mindestens 25.600 Euro werden für den 122 PS starken 1.4 TFSI fällig.

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