Ist die Zahl der Todesopfer wegen fehlerhafter Zündschlösser in GM-Modellen noch viel höher als gedacht? Das vermuten Verbraucherschützer vom Center for Auto Safety in den USA.

Der Skandal um den Rückruf bei General Motors weitet sich aus. 303 Menschen könnten aufgrund defekter Zündschlösser in verschiedenen Modellen von GM in den USA, Kanada und Mexiko ums Leben gekommen sein. Zu diesem neuen Ergebnis kommt das Center for Auto Safety. Die Verbraucherschützer beziehen sich bei ihren Berechnungen auf Unfallberichte der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Daraus gehe hervor, dass Fahrer und Beifahrer in den betreffenden GM-Autos aufgrund von nicht ausgelösten Airbags getötet wurden. Das sei wiederum eine Folge des in die "Aus"-Position zurückspringenden Zündschlüssels.

Viele Daten noch nicht ausgewertet

Damit würde sich der Skandal um die GM-Rückrufe ausweiten. 1,6 Millionen Fahrzeuge hatte der Konzern im Februar wegen der fehlerhaften Zündschlösser in die Werkstätten zurückgerufen. Viel zu spät, sagen Kritiker, da nach damaligem Kenntnisstand bereits 13 Menschen wegen dieses Defekts ums Leben gekommen seien – offenbar eine viel zu niedrige Schätzung, wenn man sich die aktuellen Schätzungen der Verbraucherschützer anschaut. Springt der Zündschlüssel während der Fahrt zurück in die "Aus"-Position, fallen Bremskraftverstärker, Servolenkung und Airbags im Auto aus.

GM hat die neuen Vorwürfe gegenüber der Washington Post bestritten. Es sei nicht erwiesen, weshalb die Airbags nicht ausgelöst hätten. Das Center for Auto Safety ist sich seiner Sache dagegen sicher. Mehr noch: Bisher seien nur Unfälle mit dem Saturn Ions und dem Chevrolet Cobalt untersucht worden. "Unsere Nachforschungen beinhalten die anderen fünf vom Rückruf betroffen Modelle noch gar nicht", heißt es von der Organisation. Dazu gehört unter anderem der Chevrolet HHR, der auch in Deutschland verkauft wurde. Allerdings sind die hier erhältlichen Fahrzeuge laut Focus-Online nicht von den Rückrufen betroffen.

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