Wie unter anderem "n-tv" und das "Handelsblatt" berichtet, wurde Fiat Chrysler jetzt von der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zu einer Rekordstrafe von 105 Millionen US-Dollar (rund 95 Millionen Euro) verdonnert. Der Grund für die Strafe: Der italienisch-amerikanische Autobauer habe gravierende Fehler bei seinen Rückrufaktionen gemacht.

Rekordstrafe mit Symbolkraft

Die Behörde bestätigte, dass es in Kreisen von Fiat Chrysler zu einer Anhörung bezüglich fehlerhafter Rückrufe gekommen sei. Das Ergebnis: Der Konzern habe Betroffene zu spät über die Mängel informiert, die Fehler nicht umgehend beseitigt und Behörden irregeführt. Laut NHTSA-Chef Mark Rosekind soll die Höhe der Strafe auch dazu dienen, andere Hersteller dazu anzuhalten, ihre Rückrufaktionen zu verbessern.

Rückrufe wegen fehlerhafter Software

Die Summe der Strafe dürfte für Fiat Chrysler allerdings noch das geringste Übel sein. Erst in der vergangenen Woche sorgte eine Meldung über ein Datenleck in der Software des Jeep Grand Cherokee für Unruhe in der Branche. Hacker hatten sich in die Bordsoftware des SUV gehackt und konnten so unter anderem eine Notbremsung bei voller Fahrt einleiten, während der Fahrer machtlos war. Fiat Chrysler hat daraufhin rund 1,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen.

Millionenkosten für Fahrzeug-Rückkauf

Hinzu kommen mehr als eine Million Jeeps, in denen fehlerhafte Tanks verbaut wurden, die bei einem Auffahrunfall zum Brand führen können. Fiat Chrysler muss nun die Mängelautos zurückkaufen. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Vorgang das Unternehmen zusätzlich mehrere Millionen Dollar kosten werde. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde stellt Fiat Chrysler außerdem künftig unter Beobachtung eines eigens für den Konzern abgestellten Kontrolleur.

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