Minivans wie der Citroën C4 Picasso sollen vor allem eins können: Möglichst viele Familienmitglieder und möglichst viel Gepäck auf einmal unterbringen und komfortabel von A nach B transportieren. Dass die neue Generation des französischen Familienfrachters aber mehr kann, zeigt der Test.

Familienautos sind praktisch, aber nicht gerade hübsch. Schließlich stehen die Designer regelmäßig vor einer Mammutaufgabe, wenn sie kastenförmigen Vans eine schicke, moderne Linienführung verpassen sollen. Dieser Aufgabe nahmen sich die Designer von Citroën bei der neuen Generation des C4 Picasso gerne an und zeigten, dass es auch anders geht.

Praktische Familienkutsche oder Designer-Loft?

Obwohl der neue Citroën C4 Picasso, der seit Juni 2013 bei den Händlern steht, im Vergleich zum Vorgänger etwas kürzer ist, wirkt er viel dynamischer und gestreckter. Das liegt daran, dass der Hersteller den Radstand vergrößert, die Überhänge verkürzt und die Spur des Kompakt-Vans verbreitert hat. Ganz der eitle Franzose präsentiert sich der neue C4 Picasso zudem mit schicken Chromeinfassungen der Fenster, schmalen Scheinwerfern an der Front und Rückleuchten in 3-D-Optik.

Im Innenraum setzt sich der Eindruck fort, dass die Designer eher ein modernes Wohnzimmer denn eine Familienkutsche gestalten wollten. Bequeme Ohrensessel, eine große Multimedia-Einheit mit frei konfigurierbaren Instrumenten sowie Wellness-Extras wie eine Massagefunktion und eine elektrisch ausfahrbare Fußstütze auf der Beifahrerseite sorgen für größtmöglichen Komfort.

Wichtiges Kriterium: Das Platzangebot

Trotz der leicht geschrumpften Gesamtlänge hat der neue Citroën C4 Picasso im Innenraum mehr Platz zu bieten als sein Vorgänger. Auf 4,43 Metern Länge kommen entweder fünf Personen und 537 Liter Gepäck oder zwei Personen und Einkäufe mit einem Volumen von 1.740 Litern unter. Reisen Fahrgäste im Fond mit, profitieren diese von den drei Einzelsitzen, die sich zudem verschieben und in ihrer Neigung verstellen lassen. So lassen sich auch längere Touren komfortabel meistern.

Im Innenraum des neuen Kompakt-Vans gibt es im Test daher kaum etwas zu bemängeln. Eine kleine Schwäche ist allerdings die recht breite B-Säule, die den Fahrer beim Schultertest behindert. Ansonsten ist das Interieur so luftig gestaltet, dass der Rundumblick vergleichsweise großzügig ausfällt.

Citroën C4 Picasso mit 1,6-Liter Turbodiesel im Test

Da nur selten sportliche Ansprüche an einen praktischen Kompakt-Van gestellt werden, fällt die Wahl häufig auf einen Diesel. Davon hat Citroën beim neuen Picasso zwei im Angebot, das stärkere Aggregat leistet 116 PS und verfügt über ein Drehmoment von 270 Nm. Der Turbodiesel mit Direkteinspritzung präsentiert sich laufruhig und durchzugsstark. Kein sportliches, aber ein durchaus knackiges Fahrgefühl kommt deshalb auf, weil der Schwerpunkt des neuen Kompakt-Vans tiefer liegt und der Hersteller das Fahrwerk überraschend straff abgestimmt hat. So läuft die Familienkutsche solide geradeaus und wankt auch in Kurven nicht zu stark. Etwas Nachbesserungsbedarf bleibt bei der leicht hakeligen Sechsgangschaltung.

Als Normverbrauch verspricht Citroën viel Liter. Das ist zwar nicht realistisch, aber auch mit einem bis zwei Litern mehr ist der Kompakt-Van noch ausreichend sparsam unterwegs. Mit einem Grundpreis von 23.990 Euro für den getesteten Diesel bleibt der Citroën C4 Picasso preislich unter dem günstigsten VW Touran mit Dieselmotor - und bringt gleichzeitig die umfangreichere Serienausstattung mit.

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