So funktioniert Werbung eigentlich nicht: Fiat-Chef Sergio Merchionne bittet Kunden in den USA derzeit, das Elektroauto 500e nicht zu kaufen. Dabei lässt der Absatz des ausschließlich in Kalifornien vertriebenen Stromers eigentlich nicht zu wünschen übrig. Tatsächlich macht der Autobauer damit aber Verluste.

"Ich hoffe, Sie kaufen es nicht", sagte Sergio Marchionne der "Detroit News" zufolge am Mittwoch zu einem Konferenzpublikum über das Elektroauto Fiat 500e. "Denn ich verliere jedes Mal 14.000 Dollar, wenn ich eins verkaufe", so der Fiat-Boss weiter. Letztes Jahr schätzte er die Verluste pro verkauftem Elektroauto noch auf rund 10.000 Dollar (etwa 7.300 Euro). Tatsächlich erwirtschaftet jeder verkaufte Stromer wohl aber ein Minus von umgerechnet zirca 10.250 Euro. Statt die Verkäufe anzukurbeln, versucht Fiat nun also, die Nachfrage zu bremsen.

Keine offizielle Angabe der Verkaufszahlen

Der Fiat 500e wurde im Sommer 2013 in Kalifornien eingeführt, um den strengen Umweltanforderungen für Autobauer im amerikanischen Westküstenstaat gerecht zu werden. "Ich werde so viele Autos verkaufen, wie ich muss, und nicht eines mehr", sagte Sergio Marchionne der amerikanischen Reuters-Seite zufolge über die Krux mit dem Verlustgeschäft. In den monatlichen Unternehmensberichten führt der italienische Hersteller nicht auf, wie viele 500e verkauft werden. Der "Focus" schätzt, dass bislang einige Tausend Exemplare ausgeliefert wurden.

Das Elektroauto mit 111 PS starkem E-Motor und bis zu 87 Kilometern Reichweite pro Batterieladung kostet in Kalifornien eigentlich mindestens 32.300 Dollar (23.600 Euro). Mittels Rabatten und Zuschüssen reduziert sich der tatsächliche Kaufpreis aber auf bis zu 19.300 Dollar (14.100 Euro).

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