Im Zuge seiner Pannenserie ist dem GM-Konzern ein weiterer Fehler unterlaufen: Das amerikanische Unternehmen schickte die Benachrichtigungen über die Rückrufaktion an alle betroffenen Fahrzeugbesitzer - also auch an die 13 Todesopfer. Deren Angehörige wurden teilweise mehrfach aufgefordert, das Auto zur Überprüfung in die Werkstatt zu bringen.

Als wäre der Verlust eines Angehörigen nicht schon belastend genug, sorgte ein Patzer des GM-Konzerns für weiteren Ärger bei den Familien der 13 Unfallopfer, die aufgrund fehlerhafter Zündschlösser ums Leben kamen. General Motors bewies wenig Feingefühl und schickte die Rückruf-Benachrichtigungen auch an die Hinterbliebenen. Die Familie eines 16-jährigen Mädchens, das 2005 mit einem Chevrolet Cobalt gegen einen Baum prallte und daraufhin verstarb, wurde vergangene Woche sogar zweimal aufgefordert, das Fahrzeug zur Reparatur des Zündschlosses und der Servolenkung in die Werkstatt zu bringen. Dabei hatte der Wagen beim Unfall einen Totalschaden erlitten, berichtet unter anderem "n-tv.de".

GM entschuldigt sich für den Fehler

"Wir bitten die Familien, die eine Rückrufinformation erhalten haben, um Verzeihung", zitiert der Nachrichtensender Konzernsprecher Greg Martin. Damit reagierte er auf die Beschwerden mehrerer Familien, die das Vorgehen von GM unangebracht fanden. Anhand der Seriennummern hätte das Unternehmen herausfinden können, welche Fahrzeuge einen Totalschaden erlitten hatten wie im Falle des 16-jährigen Mädchens.

Aufgrund der fehlerhaften Zündschlösser musste General Motors im Februar 2,6 Millionen Autos zurückrufen. 13 Menschen sind den Unternehmensangaben zufolge verstorben, weil der Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position zurücksprang. Verbraucherschützer gehen allerdings von einer deutlich höheren Zahl von Todesopfern aus, die sich auf den Defekt zurückführen lassen.

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