Sie befürchten einen drastischen Wertverlust ihrer Gebrauchtwagen und verklagen GM daher auf zehn Milliarden Dollar: Autokäufer in den USA gehen derzeit gemeinsam gegen den Konzern vor. Am Mittwoch reichte die auf Verbraucherklagen spezialisierte Anwaltskanzlei Hagens Berman Sobol Shapiro eine Sammelklage vor einem Gericht in Kalifornien ein.

Die riesige Rückrufwelle, die GM 2014 allein wegen der Zündschloss-Probleme starten musste, kostet den amerikanischen Konzern ein Vermögen. Im ersten Quartal musste der Autobauer 1,3 Milliarden Euro für Kontrollen und Reparaturen zurücklegen und dadurch einen spürbaren Gewinneinbruch hinnehmen. Doch es könnte noch dicker kommen für General Motors: Weil Gebrauchtwagenbesitzer in den USA den aktuell drastisch sinkenden Wiederverkaufswert ihrer Autos nicht einfach hinnehmen wollen, fordern sie Schadenersatz per Sammelklage.

500 bis 2.600 Dollar Wertverlust je nach Modell

Mehr als 20 Millionen von den 40 Rückrufaktionen 2014 betroffenen Fahrzeuge weltweit würden das Image von GM so schädigen, dass auch die vom Konzern verkauften Autos an Wert verlören, beschweren sich US-Kunden. Das Unternehmen verschleierte Defekte und Sicherheitsprobleme, statt der Sicherheit zuliebe in Qualität zu investieren, wirft Anwalt Steve Bermans von der klageführenden Anwaltskanzlei GM in einer Pressemitteilung vor.

In der am Mittwoch eingereichten Sammelklage ist von Preisabschlägen zwischen 500 und 2.600 Dollar die Rede, die Verkäufer von GM-Modellen hinnehmen müssten. Daher fordert die Anwaltskanzlei Schadenersatzzahlungen in einer Gesamthöhe von zehn Milliarden Dollar (rund 7,4 Milliarden Euro) von General Motors. Der Klage können sich amerikanische Autobesitzer anschließen, die zwischen Juli 2009 und April 2014 ein GM-Modell erworben oder mit Wertverlust verkauft haben.

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