Extremes Porsche-Tuning findet mit dem Gemballa Avalanche höchstwahrscheinlich seinen neuen Höhepunkt: Die dritte Generation des Boliden auf Basis eines Porsche 911 Turbo steht mit der Optik eines purpurfarbenen Kampfbombers und den Leistungsdaten eines Hypercars auf dem diesjährigen Genfer Autosalon.

Auf dem Messestand des Porsche-Tuners Gemballa steht ein Fahrzeug, das zwar eindeutig als Porsche 911 zu erkennen ist, bei den Karosseriemaßen jedoch nicht mehr viel mit dem schwäbischen Dauerläufer zutun hat: Die Rede ist von der aktuellen und damit dritten Generation des Leistungsmonsters Gemballa Avalanche. Nachdem es länger ein wenig still um die Tuningschmiede aus Leonberg geworden ist, präsentiert das Unternehmen auf dem Autosalon Genf einen echten Dampfhammer mit Tradition – der erste Gemballa Avalanche ist bereits 1985 entstanden. Auch damals war die Basis des Projekts ein Porsche 911 Turbo.

Gemballa Avalanche tobt mit 820 PS

Doch das neue Modell spielt in puncto Leistung noch einmal in einer ganz anderen Dimension. Denn waren die 395 PS des Urmodells vor 30 Jahren eine Offenbarung, müssen es 2017 schon mindestens doppelt so viel sein – mindestens. Mit 820 PS und brutalen 950 Newtonmeter Drehmoment wäre diese Übung dann aber auch geschafft. Die dafür notwendigen Umbaumaßnahmen sind jedoch nichts für Anfänger: Die 3,8 Liter Hubraum des Sechszylinder-Boxermotors werden durch ein modifiziertes Turbolader-System, einen praktisch komplett neuen Ansaugtrakt und diverse Arbeiten an den Zylinderköpfen, Ventilen und Drosselklappen auf links gezogen.

Der Sportluftfilter sorgt zusammen mit der neuen, nicht übersehbaren Vierrohr-Auspuffanlage zum einen für mehr Performance, zum anderen dürfte damit auch der Sound des Avalanche nicht gerade nachbarschaftskonform sein. Zu guter Letzt nimmt sich Gemballa auch noch die Motor- und Getriebeelektronik zur Brust. Um die frei gewordene Power überhaupt auf die Straße zu bringen, streckt der Gemballa Avalanche seine Gummiwalzen an der Hinterachse um 50 Millimeter weiter in Richtung Fahrbahnrand – pro Seite versteht sich. Auch vorne geht der Sportwagen um insgesamt 62 Millimeter in die Breite.

Die Optik ist nichts für Introvertierte

Schon rein äußerlich wird damit klar, dass es sich streng genommen nicht mehr um einen Porsche, sondern um einen Gemballa handelt. Mit dem aus Sichtcarbon gefertigten Powerdome auf der Front und dem Schuppenpanzer über dem Heckfenster, wird die Optik des ehemals schlichten 911 weiter gegen den Strich gebürstet. Das Highlight dürfte jedoch der enorme Heckspoiler mit Doppelflügelprofil und senkrechter Finne sein.

Auch im Innenraum des Avalanche geht es kaum zurückhaltender zu: Carbon sowie schwarzes und weißes Leder sind zu einer äußerst eigenwilligen, aber edlen Kombination zusammengeführt. Sitze, Armaturenbrett. Lenkrad und Türtafeln, ja sogar der Wählhebel des Automatikgetriebes kommen in farblicher Abstimmung. Zum Preis des Avalanche hat sich Gemballa noch nicht geäußert.

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