Hyundai steht hierzulande vor allem für ausgesprochen konkurrenzfähige Preise und lange Garantiezeiten. Den Begriff "Premium" hingegen bringen wohl die wenigsten Autofans mit dem koreanischen Konzern in Verbindung. Das soll sich ab 2019 grundlegend ändern. Dann nämlich plant Hyundai die hauseigene Premium-Marke Genesis unter anderem auch Europa zu bringen.

Hyundai zählt inzwischen zu den weltweit größten Automobilherstellern. Insbesondere hinsichtlich der Anzahl verkaufter Einheiten ist man weit vorn mit dabei. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die kostengünstigen Volumenmodelle der Asiaten. Premiummodelle wie der Genesis – noch unter der Marke Hyundai – hatten jedoch außerhalb von Korea bisher einen schweren Stand gegenüber der imageträchtigen Konkurrenz – vor allem auch aus Deutschland. Mit der Ausgliederung von Genesis als eigenständige Marke möchte man nun andere hart umkämpfte Märkte ebenfalls aufmischen.

Mercedes, BMW und Co. fest im Visier

Nachdem die Premium-Fahrzeuge von Hyundai in Korea – dort hat man den Markt schon heute nahezu im Griff – und den USA bereits erfolgreich unter dem Markennamen Genesis firmieren, möchte man den Fokus zukünftig auf Europa und China lenken. Verschiedene Modelle von der Mittel- bis zur Oberklasse sollen die Platzhirsche im Premium-Segment aufmischen.

Wer dabei die größten Konkurrenten um die Gunst der anspruchsvollen Kunden sein werden, dürfte damit klar sein: Ganz besonders Audi, BMW und Mercedes, aber auch Jaguar oder Porsche sollten die weiteren Anstrengungen der Koreaner zumindest aufmerksam verfolgen. Ernst nehmen sollte man Hyundai – Pardon, Genesis – nicht zuletzt schon allein deshalb, weil die Südkoreaner über die letzten Jahre hinweg zahlreiche wichtige Positionen in den Abteilungen für Strategie, Entwicklung und Design mit äußerst erfahrenen Spezialisten besetzen konnten.

Bloß nichts überstürzen

Warum erst 2019 mag sich der ein oder andere nun Fragen, doch der Grund liegt auf der Hand: Hyundai ist nicht der erste Hersteller, der seine Premiummodelle ausgliedert und unter dem Dach einer eigenständigen Marke anbietet. Insbesondere bei Autoherstellern aus Fernost ist dies gängige und vielfach bewährte Praxis. Sogar die im Großen und Ganzen erfolgreichen Beispiele für eine solche Auslagerungsstrategie, etwa Toyota mit Lexus, haben in Europa noch immer zu kämpfen. Das haben die Verantwortlichen bei Hyundai erkannt. Um nicht die Fehler zu wiederholen, die andere Hersteller bereits gemacht haben, will man offenbar geduldig bleiben und bestmöglich vorbereitet in die Offensive gehen.

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