Der Preis für den Skoda Rapid Spaceback ist heiß: Für 15.000 Euro steht der tschechische Kompakte bei den Händlern - und könnte damit dem teureren VW Golf von Volkswagen das Leben schwer machen. Was für ein Auto man für den Preis bekommt, zeigt der Test.

Bisher war Skoda im Kompaktwagen-Segment nicht vertreten. Weder die Abmessungen des Skoda Fabia noch jene des Octavia entsprechen dem klassischen Verständnis von einem Kompaktwagen. Beim Skoda Rapid Spaceback liegt die Sachlage ein wenig anders. Er ist 18 Zentimeter kürzer als die Stufenheckvariante und passt mit einer Gesamtlänge von 4,30 Metern perfekt in die Golf-Klasse. Wo man bereits beim spannenden Teil des Tests angelangt wäre. Skoda steht seit jeher für eine VW-typische Verarbeitung, lässt sich diese allerdings nicht so gut bezahlen wie die Wolfsburger. Könnte der Skoda Rapid Spaceback vor diesem Hintergrund sogar dem Klassen-Primus VW Golf gefährlich werden?

Der geringe Preis macht sich im Innenraum bemerkbar

Am einfachsten lässt sich dies durch einen Blick in den Innenraum feststellen. Hier grüßt den Fahrer ein solide verarbeitetes Interieur, das sich im Vergleich mit der direkten Konkurrenz Hyundai i30, dem Kia Cee'd und dem Chevrolet Cruze durchaus sehen lassen kann. Der VW Golf rangiert diesbezüglich aber mindestens eine Klasse höher. Die Materialanmutung beim Rapid Spaceback ist nicht ganz so hochwertig. Der Anteil an wenig edlem Hartplastik ist wesentlich höher, und einige weitere Details wie die nicht gedämpften Haltegriffe oder der Dachhimmel erinnern den Fahrer daran, dass er etwas weniger Geld auf den Tisch gelegt hat.

Der technikaffine Fahrer könnte sich außerdem daran stören, dass das Fahrwerk nicht so filigran ist wie beim Golf. Und: Es wirdt nich der modulare Querbaukasten als Basis genutzt, sondern die verhältnismäßig schlichte Polo-Technik in Verbindung mit Bauteilen aus der vorangegangenen Golf-Generation. Hinten sind es lediglich Trommelbremsen, die dem Skoda Rapid Spaceback Einhalt gebieten.

Praxisnahe Lösungen machen den Spaceback sehr sympathisch

In technischer Hinsicht ist der Skoda Rapid Spaceback daher kein ernsthafter Konkurrent für den Golf, dafür weiß der Skoda mit äußerst praktischen Lösungen im Test zu gefallen. Einen Eiskratzer im Tankdeckel, Abfallbehälter in den Seitentüren, einen doppelten Ladeboden, eine Smartphone-Halterung oder Halterung für die Warnweste kann nicht jedes Fahrzeug vorweisen. Auch nicht den Platz, den das Fahrzeug den Passagieren bietet.

Das Platzangebot des Skoda Rapid Spaceback ist deutlich besser als beim Konzernbruder. Hinten können sogar größer gewachsene Personen Platz nehmen, sofern es die Vorderleute mit ihrer Bequemlichkeit nicht allzu sehr übertreiben. Trotz der erheblichen Verkürzung im Vergleich zum Stufenheckmodell besitzt der Skoda Rapid Spaceback einen großen Kofferraum: 415 Liter passen in den Spaceback, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es gar 1.380 Liter.

Skoda Rapid Spaceback: Gute Verbrauchswerte

Im Test konnte die Motorisierung des Skoda nicht viel Temperament vermitteln. Der stärkere Diesel mit 105 PS braucht ein wenig Zeit, um auf Touren zu kommen. Nichtsdestotrotz sind 10,3 Sekunden auf Tempo 100 ein durchaus akzeptabler Wert. Beim Verbrauch kann der Rapid Spaceback ebenfalls punkten und zeigt sich mit 4,4 Litern auf 100 Kilometern sehr genügsam. Wer noch sparsamer unterwegs sein will, greift zu der "Green Tec"-Version, die einen halben Liter weniger verbraucht.

Fazit: Gutes Auto für wenig Geld

Alles in allem handelt es sich bei dem Skoda Rapid Spaceback um ein grundsolides Automobil, das im Test überzeugen konnte. Fahrwerk, Motor und die Verarbeitung sind angesichts der relativ geringen Kosten gut, wenngleich der Golf unerreicht bleibt. Wer allerdings einen Kompakten mit großzügigen Platzverhältnissen sucht, für den dürfte der Rapide eine Überlegung wert sein.

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