Kaum einem modernen SUV traut man noch echte Offroad-Qualitäten zu - anders beim Jeep Grand Cherokee. Der Geländewagen sieht auch in seiner vierten Generation noch nach echtem Abenteurer aus, der keinen Untergrund scheut. Doch auch das Gelände-Urgestein ist mit einer Modellpflege für 2014 alltagstauglicher geworden. Wie sich das praktisch äußert, zeigt der Test.

Der Jeep Grand Cherokee ist für den Mutterkonzern Fiat ein echtes Erfolgsmodell, das allen Wirtschaftskrisen zum Trotz seinen Absatz in der Vergangenheit kontinuierlich steigerte. 2012 konnte deshalb ein Rekordergebnis erzielt werden. Damit dieser Kurs beibehalten wird, hat der Hersteller seinem Full-Size-SUV zum Modelljahr 2014 eine Modellpflege spendiert. Neben einigen Optik-Retuschen fährt der Kraftprotz nun unabhängig von Motorisierung und Ausstattung immer mit serienmäßiger Achtstufenautomatik von ZF vor.

Neuer Jeep Grand Cherokee ist sparsamer

Nicht dass sich eine kaufkräftige SUV-Klientel über den Verbrauch der Fahrzeuge überhaupt mokieren würde - Jeep möchte dennoch mit der Zeit gehen und überarbeitete sein Dickschiff hinsichtlich der Effizienz. Im Vergleich zur Konkurrenz setzt man dafür jedoch nicht auf ein modernes Start-Stopp-System, sondern auf die neu entwickelte Achtstufenautomatik.

Das Getriebe von ZF bringt zweierlei Vorteile mit: Zum einen ist der erste Gang besonders kurz übersetzt, was die Kletterfähigkeit im Geländer verbessert. Zum anderen eignet sich der lang übersetzte achte Gang für Langstrecken auf der Autobahn. Bei niedrigeren Drehzahlen verbraucht der neue Jeep Grand Cherokee hier deutlich weniger als sein Vorgänger. Der Hersteller gibt einen Wert von 7,5 Litern als Normverbrauch der in Deutschland so begehrten Dieselmodelle an.

Das facegeliftete SUV fühlt sich auch in der Stadt wohl

Neben der neuen Automatik, die der SUV-begeisterten Kundschaft in den Großstädten vermutlich mehr zusagen wird als ein Schaltgetriebe, sprechen auch Optik und Ausstattung dafür, dass sich der Jeep Grand Cherokee vor der Oper und dem Golfplatz ebenso wohlfühlt wie auf dem Acker. Im Zuge des Facelifts hat der Hersteller leichte Retuschen vorgenommen, das Scheinwerfer-Design überarbeitet sowie die Schürzen, den Diffusor und die Lufteinlässe modifiziert. Je nach Ausstattungsvariante erstrahlen dann noch unterschiedlich viele Details in edlem Chrom-Glanz.

Im Innenraum des Testfahrzeugs setzt sich der luxuriöse Eindruck fort. Lenkrad und Schaltknauf sind immer serienmäßig mit Leder bezogen, Sitze und Armaturen je nach Ausstattungslinie. Aber selbst in der Basisversion "Laredo" ist der Jeep Grand Cherokee vergleichsweise gut ausgestattet, unter anderem sind hier ABS mit Bremsassistent, ESP, elektronischer Wank- und Überrollschutz, ASR, Bi-Xenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlichter, Bergassistenten, 18-Zoll-Leichtmetallräder und ein Infotainment-System mit 8,4-Zoll-Touchscreen mit an Bord.

Vorbildlich auch im Gelände

Der getestete Jeep Grand Cherokee glänzt zwar auch in der Stadt und auf der Autobahn, doch wäre es eine Verschwendung seiner Fähigkeiten, wenn man ihn nicht wenigstens hin und wieder im Gelände bewegt. Mit dem 250 PS und 570 Nm starken 3,0-Liter-V6-Turbodiesel ist das knapp 2,5 Tonnen schwere Full-Size-SUV für jede Situation ausreichend motorisiert. Seine präzise Lenkung und das gut abgestimmte Fahrwerk lassen auf jedem Untergrund Fahrfreude aufkommen.

Wer sich ins Gelände wagt, braucht sich selbst als Laie nicht zu fürchten. Schnell lassen sich voreingestellte Traktionsprogramme für Sand, Schlamm, Schnee, Stein oder ein automatischer Modus auswählen und die Bodenfreiheit erhöhen oder senken. So viel Technik hat natürlich ihren Preis: Der getestete V6-Turbodiesel startet in der Ausstattung "Limited" bei 52.900 Euro. Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz kann sich dieser Preis dennoch sehen lassen.

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