Wie von Geisterhand gehen Klimaanlage, Scheibenwischer und Radio in einem Jeep Cherokee an. Der Fahrer, ein Mitarbeiter des US-Magazins "Wired", versucht das Radio auszuschalten - keine Chance. Zwei Hacker haben sich seines Autos bemächtigt.

Als das Bild der beiden vermeintlichen Angreifer auf dem Display erscheint, weiß "Wired"-Redakteur Andy Greenberg endgültig Bescheid. Die Attacke der beiden Computerfreaks erfolgte in Absprache mit dem Journalisten. Der Redakteur spielte für die Fachleute auf seiner Fahrt nach St. Louis das Versuchskaninchen. Nur den genauen Zeitpunkt des Angriffs hatten sie dem Fahrer nicht mitgeteilt.

Die beiden IT-Experten haben einen Zero-Day-Exploit ausgeführt, eine sofortige Attacke durch eine gerade entdeckten Sicherheitslücke in der Software der Cherokees. Damit können sie kabellos auf die Schnelle und zeitgleich über den Internet-Anschluss die Kontrolle über mehrere tausend Jeeps übernehmen.

Die Software der Hacker ist der Alptraum der Autoindustrie: Angreifer können über das Entertainment-System so wichtige Funktionen wie Lenkung, Bremsen oder Datenübertragung kapern.

Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn Kriminelle den Code in die Hände bekommen und etwa wahllos Unfälle verursachen können.

In diesem konkreten Fall ist das alles halb so schlimm, denn die Experten Charlie Miller und Chris Valasek stellen ihre Erkenntnisse dem Autohersteller Chrysler zur Verfügung und wollen im August ihren Coup auf der Hacker-Konferenz "Black Hat" in Las Vegas vorstellen. (cfl)

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