Der Lexus CT 200h tritt an, um im Kompaktwagensegment eine noble Alternative zum optisch doch eher biederen Toyota Prius zu schaffen. Ob das gelingt, und ob er Lexus einschneidende Alleinstellungsmerkmale im Verhältnis zum Konzernbruder beanspruchen kann, zeigt der Test.

Dynamisches Aussehen und hochwertige Materialien

Der Toyota Prius ist der Inbegriff der hybriden Mobilität und trifft den Zeitgeist wie kaum ein anders Automobil. Zahlreiche Stars zeigen sich mit dem Prius, um ihre Liebe für die Umwelt und ihre Sorge um die Zukunft des Planeten mitzuteilen. Eine echte Augenweide ist der Prius allerdings nicht. Futuristisch? Auf jeden Fall. Aber mehr auch nicht. Und genau hier setzt der Lexus CT 200h an.

Leicht aggressiv schaut der Lexus drein mit den nach oben gezogenen Scheinwerfern, die in eine durchaus gefällige und stimmige Frontpartie eingefasst sind. Das Seitenprofil ist elegant-dynamisch und auch der weitere Rundgang um das Auto bringt keine negativen Erscheinungen zum Vorschein. Das Heck ist stimmig und frei von größeren Experimenten, die den guten optischen Eindruck schmälern könnten. Im Vergleich zum Prius ein Quantensprung, zumindest unter ästhetischen Gesichtspunkten.

Im Innenraum das gleiche Bild. Die billig anmutende Plastiklandschaft des Prius verwandelt sich in ein gediegenes Wohlfühlambiente. Wenn man den Blick von der Straße nach unten schweifen lässt, taucht vor einem ein edles Dreispeichenlenkrad mit feinen Nähten auf und es enthüllt sich ein Interieur, das sich sehen lassen kann. Lexus verbaute hochwertige Materialien, die perfekt abschließen und sich sehr angenehm anfühlen. Hier hat Lexus seine Hausaufgaben zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Toyota-Technik unter dem Blech

Wie sieht es mit der Technik aus? Kurze Antwort: ernüchternd. Unter dem ansprechenden Blech und dem tollen Interieur verbirgt sich viel Technik von Toyota, vorwiegend vom Toyota Auris Hybrid. Das soll die Technik nicht herabwerten, aber von einem Lexus hätte man mehr erwartet. Die Kombination aus Elektroantrieb und Verbrennungsmotor bringt es wie beim Prius auf eine maximale Leistung von 136 PS. Damit teilt sich der Lexus den niedrigen Verbrauch von 5,4 Litern mit dem Prius, zugleich aber auch das fehlende Temperament und die mangelnde Laufkultur. Wenn der Motor gefordert wird, wirkt er sehr gestresst und verursacht einen hohen Lärmpegel im Innenraum. Durch sein höheres Gewicht kann der Lexus CT 200h mit seinem Technikpaten bei den Beschleunigungswerten nicht ganz mithalten: 11,4 Sekunden vergehen bis zum Sprint 100.

Das Gewicht macht sich im Test auch in einer anderen Disziplin deutlich bemerkbar. So fahrdynamisch der Lexus CT 200h auch aussehen mag, für die schnelle Kurvenhatz ist der Nobeljapaner nicht ausgelegt. Die Lenkung ist sehr indirekt und in Kurven setzt das untersteuernd ausgelegte Fahrwerk dem Lexus Grenzen.

3.000 Euro teurer als der Prius

Bleibt nur eine Sache, die dem Lexus CT 200h leicht von der Hand geht: das Spritsparen. Das beherrscht er mit dem Prius wie kaum ein anderer. Bis zu zwei Kilometer kann man im Stadtverkehr nahezu geräuschlos zurücklegen und wird mangels anderer Qualitäten förmlich dazu animiert, den Gasfuß fein zu dosieren. Wird Leistung benötigt, schaltet sich der Verbrennungsmotor automatisch hinzu.

Preislich startet der getestete Lexus CT 200h ab 29.400 Euro, ein stolzer Preis und knapp 3.000 Euro teurer als der Toyota Prius. Ob die Hülle das wert ist, muss man zumindest anzweifeln.

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