Während die Generationen eins und zwei des Mazda3 rein optisch nur wenig zu bieten hatten, wird der Kompaktwagen aus Japan spätestens in seiner aktuell dritten Generation zum ernstzunehmenden Golf-Gegner. Mit welchen Stärken des Mazda das weite Feld der Kompaktklasse erobern will, zeigt der Test.

Auch wenn die ersten Auflagen des Mazda3 noch mit einem ähnlich angestaubten Biedermann-Image zu kämpfen hatten wie der VW Golf - schlecht verkaufte sich auch der japanische Kompaktwagen nicht. Seit der Markteinführung 2003 konnte Mazda rund 3,6 Millionen Einheiten weltweit absetzen. Die neue Generation will dennoch mehr: Eine halbe Million Mazda3 pro Jahr sollen in Kundenhand übergehen, so die ehrgeizigen Ziele des Herstellers.

Mit sportlicher Eleganz gegen das Langweiler-Image

Um dieses Ziel zu erreichen und im riesigen Angebot an Kompaktwagen nicht unterzugehen, verpasst Mazda seinem Volumenmodell einen frischen Anstrich. Und der hinterlässt einen guten ersten Eindruck: Mit der sportlichen Eleganz des neuen Mazda3 kann der VW Golf nicht mithalten. Wer es etwas ausgefallener mag, ohne zu dick auftragen zu wollen, der ist beim japanischen Kompakten besser aufgehoben.

Schmale Scheinwerfer fügen sich hier in die dynamisch gestaltete Front mit großem Kühlergrill inklusive Chromspange ein. Über die Motorhaube und der Seite entlang verlaufen Dynamik verleihende Falze, und auch das Heck präsentiert sich im Test dank Dachkantenspoiler und doppelflutiger Auspuffanlage knackig und sportlich.

Aufgeräumter und moderner Innenraum

Auch im Innenraum fällt der erste Eindruck positiv aus: Das Cockpit wirkt aufgeräumt und modern, die Verarbeitung der Materialien ist auf hohem Niveau, Hartplastik ist nicht mehr en masse vorzufinden. Das moderne, wenn auch aufpreispflichtige Infotainment-System ist Facebook- und Twitter-fähig - hier geht der Kompaktwagen also mit der Zeit.

Das Platzangebot ist im gesamten Wagen ausreichend, große Personen könnten lediglich die etwas zu kurz geratenen Beinauflagen kritisieren. Dafür spart Mazda mit der sparsameren, gleichwohl bequemen Bepolsterung Gewicht ein. Insgesamt 70 Kilogramm hat der neue Mazda3 im Vergleich zum Vorgänger abgespeckt. Hauptsächlich ist das jedoch der Skyactiv-Motorengeneration zu verdanken.

Hohes Verdichtungsverhältnis statt Downsizing

Entgegen des landläufigen Trends setzt Mazda bei der neuen Generation seines Kompaktmodells nicht auf Downsizing und Turboaufladung, sondern auf die eigens entwickelte Skyactiv-Technologie. Alle darunter fallenden Motoren weisen ein Verdichtungsverhältnis von 14:1 auf - insbesondere für die Benziner ist das vergleichsweise hoch. Davon verspricht man sich mehr Drehmoment bei gleichzeitiger Senkung des Verbrauchs.

So ist der getestete Mazda3 Skyactiv-G 120 noch mit einem recht großvolumigen 2,0-Liter-Reihenvierzylinder ausgestattet, der auf eine Leistung von 120 PS und ein Drehmoment von 210 Nm kommt. Trotz der Herstellerabsichten zeigt sich der Benziner im Test gerade im unteren Drehzahlbereich etwas mürrisch, lieber will er durch Drehzahl bei Laune gehalten werden. Mit dem präzise schaltenden, leichtgängigen Sechsganggetriebe macht das aber regelrecht Spaß. Die eher sportliche Abstimmung trägt ihr Übriges dazu bei, dass man die eine oder andere Kurve gerne einmal sportlicher nimmt.

Was kostet der neue Mazda3?

Preislich startet der japanische Golf-Jäger mit 16.990 Euro rund 200 Euro unterhalb des Wolfsburger Bestsellers. Der getestete 120-PS-Benziner schlägt als Fünftürer mit mindestens 20.290 Euro zu Buche. Mit der sehr umfangreichen Sportsline-Ausstattung sind es noch einmal 3.000 Euro mehr - im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten VW Golf 7 spart man dann allerdings schon etwa 2.300 Euro.

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