Zum Verkaufsstart des Mercedes GLA hat sich Daimler gleich mächtig Ärger ins Haus geholt: In Schweden stieß der Werbespot zum Kompakt-SUV auf massive Kritik, da ein Gedicht der vor mehr als 70 Jahren verstorbenen Lyrikerin Karin Boye verwendet wurde.

"I rörelse" - "In Bewegung", so der Name des Gedichts der schwedischen Künstlerin Karin Boye († 1941), mit dem Daimler in einem TV-Spot den Marktstart des Mercedes GLA bewarb. Eigentlich ein passender Titel für ein Auto. Doch die Schwedische Akademie, die unter anderem den Literaturnobelpreis vergibt, machte Mercedes einen Strich durch die Rechnung, berichtet der "Spiegel".

Spannungsfeld Kunst und Kommerz

"Boyes Gedicht in so unsensibler und kommerzieller Weise zu nutzen, ist Grabplünderung", polterte der Ständige Sekretär der Sprachschützer, Peter Englund, in seinem Blog. In einem Brief drohte er Mercedes mit einer Klage. Wie es heißt, sei der Umstand, dass Boye vor mehr als 70 Jahren verstorben ist, kein Freibrief, ihre Werke nach Belieben zu nutzen.

Nach nur drei Wochen ist der Spot nun nicht mehr im Fernsehen und Internet zu sehen. Mercedes wollte offenbar eine Eskalation vermeiden. "Wir haben die Kritik natürlich ernst genommen", zitiert der Spiegel einen Mercedes-Sprecher. Allerdings sagte der Sprecher auch, dass man sich zuvor die Erlaubnis zur Nutzung des Gedichts bei der Karin-Boye-Gesellschaft eingeholt habe. Inzwischen konnte der Streit durch ein Telefonat beigelegt werden: "Für mich ist die Sache damit geklärt", so der Sprecher.

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