Mit der neuen V-Klasse startet Mercedes einen weiteren Angriff auf den VW-Bus. Dafür fahren die Stuttgarter in ihrer Großraumlimousine vieles an Sicherheits- und Komfortzubehör auf, was sonst nur in Luxuslimousinen zu erwarten ist.

Kleinbus, Van, Großraumlimousine - für die Mercedes V-Klasse gibt es mehrere Segmentbezeichnungen. Eindeutig ist dagegen das Marktumfeld. Das wird nämlich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, vom VW-Bus dominiert. Mit der neuen Generation der V-Klasse will Mercedes VW wieder näher kommen. Vor allem mit dem Spitzenmodell V 250 BlueTEC zeigen die Stuttgarter, was in diesem Segment mittlerweile möglich ist.

Fahrwerte eines sportlichen Kompaktwagens

190 PS, 9,1 Sekunden für den Sprint von 0 auf Tempo 100, 440 Nm Drehmoment, Spitzengeschwindigkeit 206 km/h - der Top-Vertreter der neuen Mercedes V-Klasse kommt mit Fahrwerten wie ein sportlicher Kompaktwagen daher. Nötig ist das für einen Kleinbus vielleicht nicht. Aber es ist ein beruhigendes Gefühl, wenn man weiß, dass man auf der Landstraße nicht nur zum Hinterherfahren verurteilt ist.

Drei 2,2-Liter-Turbo-Diesel

Neben der BlueTEC-Variante stehen den Käufern noch zwei weitere Vierzylinder-Dieselmotoren zur Verfügung. Alle drei Aggregate weisen einen Hubraum von 2.143 Kubikzentimetern auf. In der Einstiegsversion (V 200 CDI) stehen 136 PS, im V 220 CDI 163 PS zur Verfügung. Geschaltet wird in den zwei kleineren Mercedes V-Klasse-Modellen serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe, die 7G Tronic Plus ist im V 250 BlueTEC serienmäßig und in den anderen beiden Varianten optional. Der Durchschnittsverbrauch liegt laut Hersteller je nach Variante bei höchstens 6,1 Litern Diesel auf 100 Kilometern.

Mehr als ein Hauch von Luxus

In der neuen Mercedes V-Klasse fühlt man sich nicht wie der Fahrer eines Transporters. Die Ledersitze für Pilot und Passagiere sind auch nach stundenlanger Reise noch bequem. Zwar ist der Bezug gegen Aufpreis erhältlich, aber die vier Einzelsitze im Fond, die dazu noch per Schienen nach Wunsch ausgerichtet und verschoben werden können, sind serienmäßig. Das aus Holz gefertigte Armaturenbrett vermittelt die nächste Stufe des Luxus. Außerdem ist der Kleinbus so gut gefedert, dass keine Bodenwelle bis zu den Passagieren gelangt. Wind- oder Motorgeräusche dringen nicht ins Innere. Da ist die Wechselsprechanlage für Fahrer und Mitfahrer im Fond fast überflüssig, aber dennoch ein schönes Extra.

Ausstattung wie eine Oberklassen-Limousine

Apropos: Bei Ausstattung und Zubehör fährt Mercedes in der neuen C-Klasse so richtig auf. Das beginnt bei der geteilt zu öffnenden Heckklappe und dem erhöhten Ladeboden inklusive eingebauter Klappboxen, setzt sich fort in unzähligen Ablagemöglichkeiten im Interieur und gipfelt schließlich in den serienmäßigen und optionalen Assistenzsystemen. Gegen Aufpreis gibt es zum Beispiel eine 360-Grad-Kameraüberwachung und einen Einparkassistenten.

Preiseinstieg bei rund 43.000 Euro

Die stärkste Mercedes V-Klasse gibt es ab 49.182 Euro, das Einstiegsmodell ist ab 42.899 Euro erhältlich. Der Aufmerksamkeits-Assistent, der vor Ermüdung warnt, ist in allen drei Versionen bereits serienmäßig an Bord. Dennoch gibt es einige nützliche und luxuriöse Extras, die den Preis für die neue V-Klasse noch weiter in die Höhe treiben.

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