Um die neuen Klimabestimmungen der EU zu erfüllen, hat Mercedes ein neues System für CO2-Klimaanlagen entwickelt. Damit gehen die Stuttgarter einen anderen Weg, als die meisten Konkurrenten.

Dem Umweltschutz zuliebe schreibt die EU ab dem 1. Januar 2017 bei Neuwagen ein Kühlmittel für Klimaanlagen vor, dessen Treibhauspotenzial unter einem Wert von 150 GWP (Global Warming Potential) liegt. Damit hat das alte Kältemittel R134a, das derzeit in den Kühlsystemen zum Einsatz kommt, ausgedient. Eine neue Lösung musste her: Mercedes hat nun als erster Hersteller weltweit angekündigt, ab Ende 2016 die Fahrzeuge der S- und E-Klasse (Thermotronic-Klimatisierung) mit völlig neu entwickelten CO2-Klimaanlagen auszurüsten - CO2 kommt auf einen GWP-Wert von 1.

CO2-Klimaanlagen als sichere Alternative

Mercedes hat sich bewusst für die Umstellung auf CO2-Klimaanlagen entschieden. Neben CO2 ist derzeit das Kältemittel R1234yf (GWP 4), das einzige, das die neuen EU-Vorgaben erfüllt. Der Haken: R1234yf weist ein deutlich erhöhtes Entflammungspotenzial auf. Bereits 2012 hatte Mercedes bei Crashtests mit der B-Klasse die Gefahren von R1234yf erkannt. Als das Kältemittel in den heißen Motorraum lief, entwickelte sich die hochgiftige Flusssäure. Um diesem Sicherheitsrisiko zu entgehen, entschied sich Daimler für die Neuentwicklung der CO2-Klimaanlagen.

Ob die Konkurrenz in der Premium-Klasse ebenfalls bei der innovativen CO2-Technologie mitzieht, bleibt abzuwarten, da die Kühlsysteme noch vergleichsweise teuer sind. Alle anderen Fahrzeuge von Mercedes werden ab 2017 - wie die Konkurrenz - ebenfalls zunächst mit Klimaanlagen mit dem umstrittenen Kältemittel R1234yf ausgerüstet. Ein spezielles Hitzeschild soll vor den Gefahren schützen.

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