Kompakt-Vans wie der Opel Meriva sind weder besonders sportlich noch kommen sie mit dem gewissen Lifestyle-Faktor. Im Vergleich zu anderen Fahrzeugklassen können sie aber vor allem mit praktischem Alltagsnutzen punkten. Der geräumige Rüsselsheimer will aber mit weiteren Argumenten überzeugen. Welche das sind, klärt ein Test des aufgefrischten Modells.

Wer seinen neuen Opel Meriva stolz dem Nachbarn präsentiert, dürfte wohl zu hören bekommen, dass der Familienvan aussieht, wie der alte. Die optischen Unterschiede zum Vorgänger sind auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Nur echten Opel-Kennern wird auffallen, dass der Meriva nun auch eine Chromspange à la Insignia spazieren fährt und dass die Lichter vorne und hinten leicht retuschiert worden sind. Die größte Neuerung des Facelifts wartet unter der Motorhaube.

Neuer 1,6-Liter-Diesel geht überraschend still zu Werke

"Der neue Meriva ist besser als je zuvor", sagt Opel-Vertriebsvorstand Peter Christian Küspert und spielt damit sicher auch auf das neue Dieselaggregat an. Dieses soll nach und nach die bekannten Selbstzünder im Motorenprogramm ablösen und den Kompakt-Van noch effizienter machen. Den Anfang macht Anfang 2014 der 136-PS-Diesel, der zeitgleich auch die Top-Motorisierung bildet. Das Triebwerk verfügt über ein maximales Drehmoment von 320 Nm, das ab 2.000 Umdrehungen anliegt, drängt aber auch aus der Leerlaufdrehzahl heraus gut nach vorne. Im Stadtverkehr ist man stets flott unterwegs.

Die überarbeitete Sechsgang-Schaltung agiert nach dem Facelift noch geschmeidiger. Dank der hohen Elastizität des Motors ist zudem wenig Schaltarbeit möglich - das macht das Fahren im Opel Meriva wirklich entspannt. Und noch ein Detail trägt dazu bei, dass das Fortkommen von A nach B ganz unaufgeregt vonstattengeht: der niedrige Geräuschpegel des neuen Selbstzünders. Einmal auf Betriebstemperatur ist nichts mehr von dieseltypischem Hämmern oder Nageln zu hören.

Kompakt-Van mit gedrosseltem Sprit-Durst

Einen kleinen Haken bringt die Entscheidung für den Selbstzünder aber mit sich: Das optionale Automatikgetriebe gibt es nur für die Benziner. Wer das vergleichsweise lässige Schalten im Opel Meriva allerdings in Kauf nehmen kann, wird dafür an der Tankstelle belohnt. Etwa einen Liter Sprit spart das Handschaltgetriebe auf 100 Kilometern. Im 136-PS-Diesel fließen laut Opel im Schnitt 4,4 Liter durch die Leitungen, realistisch sind hingegen etwa sechs.

So viele Ablagen wie im Opel Meriva findet man nirgends

Unverändert bleibt der hohe Alltagsnutzen des Opel Meriva. Der Kompakt-Van überzeugt mit einem geräumigen Innenraum und viel Flexibilität. Statt einer Rücksitzbank verbaut Opel drei Einzelsitze, die wiederum einzeln zu verschieben oder umzuklappen sind. Das Kofferraumvolumen kann dadurch von 400 auf bis zu 1.500 Liter wachsen. Ebenfalls praktisch: die unzähligen Ablagen und die gegenläufig öffnenden Türen, die das Einsteigen auch hinten kinderleicht machen. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Opel-typische Knöpfe-Flut im Cockpit und die neue Spracherkennung, die sich noch etwas schwertut, Gesprochenes richtig zu verstehen.

Überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis

Ausschlaggebend ist für praktisch veranlagte Menschen natürlich auch der Preis. Und hier kann der Opel Meriva ebenfalls überzeugen: Für 15.990 Euro erhält man den 100 PS starken Basisbenziner, der getestete Diesel schlägt mit mindestens 23.350 Euro zu Buche. Angesichts der guten Fahrleistungen, dem gedrosselten Verbrauch und dem gegebenen Alltagsnutzen ist der Preis daher durchaus angemessen.

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