Opel-Mutterkonzern GM steht nach dem Massenrückruf im Februar weiterer Ärger ins Haus: US-Medienberichten zufolge ist der Autobauer ins Visier des US-Kongresses geraten. Es steht der Vorwurf im Raum, dass der Konzern jahrelang die Probleme gekannt und vernachlässigt hat.

Vergangenen Monat war GM gezwungen, wegen massiven Sicherheitsproblemen insgesamt 1,6 Millionen ältere Modelle der Marken Chevrolet, Pontiac und Saturn zurück in die Werkstätte zu beordern. Laut der "New York Times" hat sich nun der US-Kongress eingeschaltet. Ein Untersuchungsausschuss prüft derzeit, ob die Probleme schon jahrelang bekannt waren - und ob sogar die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA davon wusste.

Sicherheitsmängel könnten verschleppt worden sein

Der "New York Times" zufolge sind in den vergangenen elf Jahren mehr als 260 Beschwerden über GM-Modelle bei der Verkehrsbehörde eingegangen. GM soll laut "Wall Street Journal" bereits seit 2004 von Problemen bei den Zündschlössern gewusst, aber nichts unternommen haben. In der Untersuchung des Kongresses geht es jetzt darum, herauszufinden, ob der Konzern fahrlässig gehandelt hat. Es droht ein Strafverfahren.

Auch Opel-Modelle betroffen

Bei den vom Rückruf betroffenen Fahrzeugen, die hauptsächlich in den USA und Kanada verkauft wurden, kann der Zündschlüssel während der Fahrt plötzlich in die Aus-Position springen. Infolge dessen bleibt der Wagen nicht nur liegen, sondern es können sich auch sicherheitsrelevante Systeme wie die Airbags, die Servolenkung oder der Bremskraftverstärker ausschalten. 31 Unfälle mit 13 Todesopfern sollen mit den Defekten in Verbindung stehen. Neben den Modellen Chevrolet Cobalt und HHR, Saturn Sky und Ion, Pontiac Solstice und G5 sowie dem Pontiac Pursuit sind nach Angaben von "Autobild" auch 1.200 Opel GT in Deutschland betroffen.

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