"Der kommt mir irgendwie bekannt vor" - eine solche Aussage dürfte man als Besitzer eines Peugeot RCZ des Öfteren hören. Seltener jedoch, seit das französische Sportcoupé Anfang 2013 ein dezentes Facelift erhalten hat. Inwiefern sich die Franzosen-Flunder vom Image als Audi TT-Kopie emanzipieren konnte, klärt der Test.

Als der Peugeot RCZ 2010 auf den Markt kam, hielten ihn viele für einen billigen Abklatsch des Audi TT. Schließlich ziert das französische Sportcoupé eine stark an den Ingolstädter angelehnte Dachkuppel und auch die Proportionen erscheinen wie vom TT inspiriert. Doch selbst zum Marktstart tat man dem Franzosen unrecht, ihn als Kopie des zuvor erschienenen Audi abzutun. Noch mehr gilt dies seit dem Facelift Anfang des Jahres.

Exotisches Design dank unverwechselbarem Dach

Auch wenn er hierzulande längst nicht an die Verkaufszahlen des Audi TT heranreicht, so selten ist der Peugeot RCZ auf deutschen Straßen gar nicht mehr. Denn schnell mauserte sich das Sportcoupé zum beliebtesten Importmodell seiner Klasse. Um diese Beliebtheit nicht zu gefährden, fielen die Änderungen im Rahmen des Facelifts dezent aus.

Nach wie vor zeichnet sich die Sportflunder durch ihr exotisches Äußeres mit dem markanten Dach aus. "Double Bubble" nennt Peugeot diese Form mit den zwei Auswölbungen über den Köpfen von Fahrer und Beifahrer, wie man sie etwa von der Dodge Viper kennt. Etwas weniger aggressiv kommt nach dem Facelift die Front mit neuem Kühlergrill und der großen Luftöffnung in der Schürze daher. Sie scheint nun zu einem breiten Grinsen verzogen.

Unverhältnismäßige Platzverteilung im Inneren

Weniger aufregend empfängt das Cockpit des 2+2-Sitzers den Fahrer. Nichtsdestotrotz sind die Materialien edel, die Verarbeitung hochwertig und die Bedienung erfolgt intuitiv. Die vorderen Sitze muten sportlich an, sind aber dennoch bequem. Gleiches gilt für das griffige, unten abgeflachte Sportlenkrad.

Etwas unverhältnismäßig wirkt jedoch die Platzaufteilung hinter der vorderen Sitzreihe. Während der Kofferraum mit 321 bis 639 Litern für ein kompaktes Sportcoupé erstaunlich viel Gepäck schluckt, finden auf den zwei Fond-Sitzen nicht einmal Kinder wirklich bequem Platz - zumal die Unterbringung des Nachwuchses vermutlich schon an dem Installieren eines Kindersitzes scheitern würde.

Top-Benziner Peugeot RCZ 200 THP im Test

Wichtiger als die Platzverhältnisse im Innenraum ist bei einem Sportcoupé jedoch das Fahrverhalten - Menschen, die mehr Wert auf die Alltagstauglichkeit eines Autos setzen, dürften wohl eher zu einem Kompaktsportler à la VW Golf GTI oder Peugeot 308 GTi greifen, auf dessen Plattform der RCZ übrigens basiert.

Mit 200 PS und 275 Nm präsentiert sich der Peugeot RCZ durchaus agil, ein Turboloch ist beim 1,6-Liter-Reihenvierzylinder nicht zu spüren. Und nach kurzer Zeit ist klar: Peugeot hat den Spaßfaktor beim 2+2-Sitzer in den Vordergrund gestellt. Dank seines niedrigen Schwerpunktes klebt das Sportcoupé am Asphalt und lässt sich enorm präzise und zackig durch Kurven manövrieren.

Eine Schwäche des Peugeot RCZ ist allerdings sein Durst: Das kurz übersetzte Sechsganggetriebe fährt sich zwar sportlich, dreht aber auch recht hoch und fordert seinen Tribut an der Tankstelle. Statt den versprochenen 6,7 Litern fließen auf 100 Kilometern auch gerne mal acht Liter Benzin durch die Leitungen. Für sportlich orientierte Vielfahrer dürfte der 163 PS starke Diesel daher eine Alternative sein. Dieser startet wie der Top-Benziner preislich bei 31.100 Euro.

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