Müssen die deutschen Autofahrer im Rahmen der eventuell geplanten Pkw-Maut eine weitere finanzielle Belastung hinnehmen? Das Bundesverkehrsministerium zieht derzeit eine 100-Euro-Vignette nach österreichischem Vorbild in Erwägung.

Die Koalitionsverhandlungen der CDU/CSU und SPD sind in vollem Gange. Ein Streitpunkt ist nach wie vor die Pkw-Maut. Die Sprecherin des Verkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) bestätigte gegenüber der "Bild am Sonntag", dass das von der CSU geführte Ministerium momentan die Möglichkeiten einer 100 Euro teuren Vignette auslote. Die Vignette für die Benutzung der Autobahnen würde gleichermaßen für deutsche und ausländische Fahrer für ein Jahr lang gelten.

Keine zusätzliche Belastung für deutsche Autofahrer?

Geplant sei allerdings, dass die 100-Euro-Vignette für die deutschen Autofahrer mit der herkömmlichen Pkw-Steuer verrechnet werde, um eine zusätzliche finanzielle Belastung zu vermeiden. Eine solche Verrechnung verstoße laut der EU-Komission nicht gegen geltendes Recht. Ebenfalls sollen in den derzeitigen Überlegungen kostengünstigere Vignetten für eine kurzeitige Nutzung eine Rolle spielen.

Generelle Pkw-Maut noch nicht beschlossen

Ob die Pkw-Maut überhaupt kommt, ist noch unklar. Bislang stellen sich die SPD und bisweilen auch die CDU quer. Bundeskanzlerin Angelika Merkel schließt die Einführung doch offenbar nicht mehr gänzlich aus. Der Regierungssprecher Steffen Seibert ließ verlauten, dass die Pkw-Maut denkbar sei, wenn die Deutschen eben nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden.

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