Im Streit über die Pkw-Maut hat sich jetzt der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft zu Wort gemeldet. Michael Hüther fordert unterschiedliche Gebühren für morgens und abends.

Die "Bild"-Zeitung vom Donnerstag berichtet, dass der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sich mit einem neuen Vorschlag in die Maut-Debatte eingeschaltet hat. In einem Gastbeitrag für die Zeitung forderte Hüther, die Höhe der Nutzungsgebühr für Autofahrer an Tageszeiten und Verkehrsdichte zu bemessen, um eine echte Lenkungswirkung zu erzielen.

Demnach müssten die Maut-Tarife morgens deutlich höher liegen als nachts. "Autofahrer dürfen nicht pauschal belastet werden, sondern müssen nutzungsabhängig zahlen. Auf dem Kölner Ring würde man in der morgendlichen Rushhour mehr zahlen als nachts und am Vormittag", erklärte Hüther. Die Gebühr müsse auch höher liegen auf zum Beispiel auf der wenig befahrenen Ostseeautobahn in Mecklenburg-Vorpommern. "Eine Lenkungswirkung entsteht, wenn Streckenabschnitte nach Staugefahr unterschiedlich hohe Preise hätten", sagte Hüther der "Bild".

Für Berufstätige verlangte der IW-Direktor einen Maut-Rabatt: "Den Berufspendlern könnte man vergünstigte Abos anbieten, um sie nicht zu überlasten." Damit das Geld zielgenau auf den belasteten Straßen ankomme, sollte der Bund wie in Österreich eine Betreibergesellschaft gründen, die alle Mauteinnahmen erhält. "Anders als der Bund könnte diese Gesellschaft Projekte über mehrere Jahre planen, wodurch sie schneller und günstiger werden. Auch die Zusammenarbeit mit privaten Investoren ließe sich so steuern. Und: In jedem Fall wäre das Geld vor dem Finanzminister sicher", sagte Hüther.

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IW-Chef Hüther fordert unterschiedliche Maut