Wem der herkömmliche Turbo zu langweilig ist, für den steht mit dem Porsche 911 Turbo S nun ein äußerst potenter Zeitgenosse bereit. Konnten die Ingenieure die verkörperte Sportwagen-Perfektion namens Porsche Turbo noch verbessern, und ist der Turbo S seinen Mehrpreis wert? Antworten auf diese Fragen liefert der nachfolgende Test.

In 3,1 Sekunden auf Tempo 100

Fahrdynamisch kann dem Porsche 911 Turbo keiner das Wasser reichen und auch bei der Beschleunigung spielt das Spaßmobil in der Champions League. Im Fußball ist mit dem Sieg in diesem Wettbewerb alles erreicht, bei Porsche allerdings ist bei der Königsklasse noch lange nicht Schluss. So bringt es das neue 911er Topmodell nun auf eine Leistung von 560 PS, was ein Plus von 30 PS im Vergleich zum normalen Turbo bedeutet. Damit sprintet der Porsche 911 Turbo S in nur 3,1 Sekunden auf Tempo 100 - und somit zwei Zehntelsekunden schneller als das Vorgängermodell.

Der 911 Turbo S fliegt noch schneller um die Kurven

Das ist aber nicht die Kerndisziplin des Porsche 911 Turbo S. Seine wahre Natur offenbart sich erst auf der Rennstrecke, wo er sich wie kaum ein anderes Fahrzeug in den Asphalt verbeißt. Ob einem der Physiklehrer von früher mal erklären könnte, wie der Turbo S scheinbar allen Gesetzen der Physik trotzt? Der Lehrer würde sicherlich auf den dreiteiligen Frontspoiler verweisen, der das Äquivalent zum ausfahrbaren Heckspoiler bildet und den Anpressdruck an der Vorderachse erhöht. Der Agilität förderlich ist außerdem die neu entwickelte Allradlenkung, bei der die Hinterräder bis zu 2,8 Grad mit- beziehungsweise gegenlenken können. Ein positiver Nebeneffekt dieser Technologie ist, dass der Wendekreis hierdurch mit 10,6 Metern erfreulich gering ausfällt.

Beim Allradsystem des 911ers kann Porsche ebenfalls mit einer sportlichen Besonderheit aufwarten: Mittels Lamellenkupplung kann die Kraft variabel zwischen den Achsen verteilt werden. Je nach Fahrsituation kann es sogar vorkommen, dass hundert Prozent der Leistung entweder an die Hinterräder oder nach vorne geleitet werden. Damit heben die Porsche-Ingenieure den Begriff des sportlichen Allradsystems auf eine neue Ebene.

Auch die Alltagstauglichkeit wurde bedacht

Obgleich es sich bei dem Porsche 911 Turbo S um die Topvariante des beliebten Sportwagens handelt, waren die Porsche-Ingenieure auch darum bemüht, die Alltagsqualitäten nicht zu kurz kommen zu lassen. Der 911er war im Test dank einer höheren Bandbreite an verfügbaren Setups noch leichter zu beherrschen. In Verbindung mit dem zwar straffen, aber durchaus komfortablen Fahrwerk sind auch Fahrten jenseits der Rennstrecke kein Problem. Sicher, eine Sänfte wie die S-Klasse ist der Porsche nicht, aber auch kein kompromissloser Brutalo-Sportler - zumindest so lange, wie man die Finger vom Sport-Plus-Schalter weglässt.

Die Sport-Plus-Taste: Einfallstor in den unverblümten Rennsport

Kann man der Versuchung nicht widerstehen, werden alle Fasern des muskulösen 911er-Körpers auf Sport getrimmt. Die Dämpfer werden härter, die Lenkung direkter und jedes Zucken mit dem Gaspedal resultiert im Test umgehend in einem Kick in den Rücken. Das Direktschaltgetriebe knallt dann einen Gang nach dem anderen rein und macht es einigermaßen schwer, die emporschießende Tachonadel im Blick zu behalten.

Äußerlich ist der Porsche 911 Turbo S an noch größeren Lufteinlässen in der Frontschürze und in den hinteren Kotflügeln zu erkennen. Die Backen fallen noch opulenter aus und machen unverkennbar, wer auf einen zukommt. Opulent fällt auch der Preis aus: 195.256 Euro werden für die Basisversion fällig, über 33.000 Euro mehr als beim normalen Turbo. Dafür ist aber die Serienausstattung ziemlich umfangreich.

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