Weil Michael Stoschek an seinem Porsche 911 Cabrio anstatt der üblichen Nummernschilder ein Klebekennzeichen nutzte, sollte er eine Geldstrafe in Höhe von 1,65 Millionen Euro zahlen. Dagegen wehrte sich der fränkische Unternehmer. Jetzt wurde das Verfahren vor dem Amtsgericht verhandelt.

Ein Polizist in Coburg hatte das falsche Kennzeichen entdeckt. Die Folge: Ein Strafbefehl in Höhe von 55 Tagessätzen zu je 30.000 Euro. Der Vorwurf: Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauch. Die Beamten orientierten sich bei ihrer Strafe an der Höhe des Vermögens des Beschuldigten. Dieser ist Mitinhaber der Firma Brose und gilt als einer der reichsten Männer Bayerns.

Teures Klebekennzeichen

Stoschek weigerte sich zu zahlen und so kam es zur Verhandlung vor dem Amtsgericht, wo der Angeklagte einräumte, das Klebekennzeichen jahrelang genutzt zu haben. Vor Gericht führte Stoschek überwiegend ästhetische Beweggründe für seinen Verzicht auf klassische Kennzeichen an, die unter anderem zu groß für den Porsche seien und teilweise seinen Kühler verdecken würden. Bislang hätte sich in Bamberg kein Polizist an den offensichtlich nicht aus Blech gefertigten Kennzeichen gestört, heißt es.

Vor Gericht konnten sich Stoschek und sein Anwalt sowie die Staatsanwaltschaft rasch einigen. Das Verfahren wurde eingestellt und die Geldstrafe auf 150.000 Euro reduziert. Zufrieden war der Kennzeichen-Sünder allerdings trotzdem nicht. In TV-Interviews sprach er von einem "politischen Prozess". Er hätte eigentlich einen Freispruch erwartet und der Einigung nur zugestimmt, um dem Steuerzahler weitere Prozesskosten zu ersparen.

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