510 PS plus 262 PS sind 772 PS – oder eben nicht! Tesla muss aufgrund strenger EU-Richtlinien die Leistung seines Model S um bis zu 233 PS nach unten korrigieren.

Da hat es sich Tesla bei der Leistungsangabe für das Topmodell des Model S wohl etwas zu einfach gemacht und ist aufgrund strenger EU-Richtlinien aufgeflogen. Diese zwingen den Autohersteller dazu, die tatsächliche Nennleistung anzugeben und schon wird der Elektroflitzer um bis zu 233 PS auf 539 PS gestutzt. Bis jetzt hatte Tesla sein Topmodel Model S P85D mit 772 PS beworben. Man orientierte sich an der (vermeintlichen) Summe aus einem 262-PS-Motor an der Vorderachse und einem 510 PS starken Aggregat an der Hinterachse. Tatsächlich kann der Wagen diese Antriebskraft jedoch nicht leisten.

Keine Drosselung - Korrektur nur auf dem Papier

Das Problem: Der Lithium-Ionen-Akku (85 kWh) kann nicht beide Motoren zur selben Zeit mit der erforderlichen Leistung versorgen, um auf die maximale Leistungsentfaltung zu kommen. Aufgrund der "batteriebegrenzten Höchstleistung der Motorwellen" muss Tesla die PS-Angabe daher auf 539 PS korrigieren.

Die Korrektur der Nennleistung gibt es allerdings nur auf dem Papier, für den Fahrer ändert sich am Fahrverhalten nichts, wie Tesla in einem offiziellen Statement betont. Demnach bewältigt die Elektrolimousine den Sprint auf Tempo 100 nach wie vor in rund drei Sekunden. Auch das maximale Drehmoment von 967 Newtonmeter soll bestehen. Es könne nicht von einer Drosselung die Rede sein, beschwichtigt der Autohersteller. So werden Tesla-Fahrer wohl nur am Stammtisch schlechter dastehen und auf dem Asphalt weiter flink und emissionsfrei unterwegs sein.

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