TS - das steht nicht nur für eine Burger-Variante einer amerikanischen Fast-Food-Kette. Der Toyota Auris Touring Sports beansprucht dieses Kürzel ebenfalls für sich. Der Hersteller kennzeichnet damit die Kombi-Version des Kompaktwagens Auris. Was der Kombi kann und weshalb sich selbst der VW Golf Variant vor der japanischen Konkurrenz in Acht nehmen sollte, klärt der Test.

Das Segment der Kompaktwagen ist ein enorm hart umkämpftes Feld. Bei den Kompakt-Kombis ist es überschaubarer, dennoch kann es nicht schaden, sich mit einem Alleinstellungsmerkmal von der Konkurrenz abzuheben. Der Toyota Auris Touring Sports hat in dieser Hinsicht Folgendes zu bieten: Er ist der erste Vollhybrid unter den Kompakt-Kombis. Damit stellt er für die praktisch veranlagten Kombi-Käufer eine durchaus interessante Alternative zu den zahlreichen Dieselmodellen dar. Und der Käufer muss nicht einmal Platzeinbußen hinnehmen.

Optisch kein Mauerblümchen mehr

Der Nachfolger des 40 Jahre lang gebauten Toyota Corolla ist auch in seiner Kombi-Variante ansehnlich und mit dem schnittigen Design moderner Lastesel durchaus vergleichbar. Die markante Front, die dem kleineren Yaris ähnelt, und das neue Scheinwerfer-Design gefallen im Test. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Toyota Auris Touring Sports zudem 5,5 Zentimeter niedriger. Der 4,55 Meter lange Kompakt-Kombi wirkt dadurch dynamischer. Diesen Eindruck unterstreicht auch die nach hinten leicht abfallende Dachlinie.

Mehr maximales Stauvolumen als der VW Golf 7 Variant

Auch mit seinem Stauvolumen kann sich der neue Toyota Auris Touring Sports rühmen: Legt man die Rücksitzbank um, entsteht nicht nur eine ebene Ladefläche, sondern auch mehr Stauraum als im VW Golf 7 Variant. 1.658 Liter lassen sich maximal unterbringen, mit fünf Passagieren an Bord sind es immerhin noch 530 Liter. Damit muss sich der Konkurrent aus Fernost definitiv nicht vor seinen europäischen Rivalen verstecken. Zumal er auch mit einem doppelten Ladeboden, einer niedrigen Ladekante, einem aufrollbaren Gepäckraumnetz, einer Fernentriegelung für das Umklappen der Rücksitze, drei 12-Volt-Anschlüssen und zahlreichen Ablagen im Innenraum punkten kann.

Hybrid-Variante als Alternative zum Diesel?

Während Vielfahrer hierzulande nach wie vor häufig zu Dieselmodellen greifen, sind anderswo Hybrid-Versionen die Autos der Stunde, wenn es ums Sparen geht. Auch in Deutschland dürfte der Toyota Auris Touring Sports als Hybrid das Potenzial haben, einige überzeugte Dieselfahrer für sich zu gewinnen, zumal der Hybrid mit einem Einstiegspreis von 24.400 Euro noch 150 Euro günstiger ist als der preiswerteste Selbstzünder. Dabei bringt der sparsame Toyota eine umfangreiche Serienausstattung inklusive Leichtmetallrädern, Multimedia-System, Rückfahrkamera, Klimaautomatik und mehr mit.

Nicht sportlich, aber agil

Sportliche Fahrleistungen sind vom Hybridantrieb, der einen 99 PS starken 1,8-Liter-Vierzylinder mit einem 82 PS starken Elektromotor koppelt, wahrlich nicht zu erwarten - ordentliche Fahrwerte hingegen schon. Die Hybrid-Einheit, die auch im Prius zum Einsatz kommt, geht im Toyota Auris Touring Sports etwas leiser und gelassener ans Werk. Vollgas quittiert das System aber auch hier mit einem recht lauten Aufheulen des Motors.

Wer das Gaspedal nur zu drei Vierteln durchtritt, kann aber flott und sparsam mit dem Kompakt-Kombi unterwegs sein. Das straffe Fahrwerk und die präzise Lenkung unterstreichen die Agilität des Testwagens. An der Tankstelle bleibt die Laune ebenfalls gut: Die versprochenen 3,8 Liter auf 100 Kilometern sind zwar übertrieben, mit vier bis sechs Litern bewegt sich der Vollhybrid jedoch in sparsamen Dieselregionen.

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