Die Negativserie renommierter Autobauer setzt sich in den USA nahtlos fort: Nach GM, Chrysler und Ford ist nun auch der weltgrößte Hersteller Toyota zu einer groß angelegten Rückrufaktion gezwungen. Was die Zahl der Rückrufe angeht, könnte das weltweite Pannen-Rekordjahr 2004 übertroffen werden. Doch wie ist die Lage in Deutschland?

6,76 Millionen Autos - so viele Fahrzeuge ruft Toyota derzeit in den USA zurück in die Werkstätten. Auf den ersten Blick eine nahezu unfassbare Zahl. Wenn man sich den Negativtrend der vergangenen Jahre genauer anschaut, mag sie dennoch kaum überraschen - zumal Toyota in den Staaten ohnehin der unangefochtene Rückruf-König ist und nicht erst seit heute mit Qualitätsproblemen zu kämpfen hat.

US-Rückruf-König Toyota

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) zählte 2013 rund 22 Millionen Fahrzeuge, die wegen möglicher Defekte zur Reparatur in die Vertragswerkstätten mussten - knapp 5,3 Millionen allein von Toyota. Zwischen 2009 und 2011 war der japanische Autobauer gezwungen, bei zehn Millionen Autos in den Staaten nachzubessern.

Im bisherigen Rekord-Pannenjahr 2004 beorderten die Hersteller rund 31 Millionen Fahrzeuge zurück. Da auch andere große heimische Hersteller wie GM (1,6 Millionen), Chrysler (0,87 Millionen) und zuletzt Ford (0,4 Millionen) zahlreiche Autos bereits in den ersten Monaten des Jahres in die Werkstätten zurückriefen, könnte die Gesamtzahl in 2014 ähnlich hoch oder sogar noch höher ausfallen, wenn es beim derzeitigen Negativtrend bleibt.

Deutschland: Rückläufige Anzahl an zurückgerufenen Autos

In Deutschland ist die Lage nicht ganz so dramatisch. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) schrieb 2013 insgesamt 770.262 Halter verschiedener Wagen wegen technischer Probleme an - 50.000 weniger als 2012. Bedenklich ist jedoch die Zahl der Rückrufaktionen als solche für Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile: Diese stieg um elf Prozent auf 180 an. In 105 Fällen waren die Mängel nach Angaben des KBA so gravierend, dass die Behörde die Rückrufaktion überwachte. Kleiner Trost für Verbraucher und Hersteller: Der Anteil der besonders schwerwiegenden technischen Probleme lag mit 58 Prozent nahezu auf dem Vorjahresniveau.

Toyota Yaris, RAV4 und Hilux mit Problemen

Hierzulande sind vom aktuellen Toyota-Rückruf mehr als 92.000 Fahrzeuge betroffen. Beim Yaris, der zwischen 2005 und 2010 gebaut wurde, können Probleme an den Sitzschienen oder einem Befestigungspunkt der Lenksäule auftreten. Bei den Modellen RAV4 und Hilux droht ein Bruch im Fahrzeugkabelbaum. Die Halter werden in Deutschland benachrichtigt, die Reparatur ist kostenlos.

Weitere Themen
Nach Toyota-Massenrückruf in den USA: Wie ist die Lage in Deutschland?