Kann ein Selbstzünder richtig Spaß machen? Die Antwort lautet beim neuen VW Golf 7 GTD definitiv Ja. Warum genau, und welche Schwächen der sparsame GTI-Bruder aufzuweisen hat, klärt der Test.

"GTD" - diese drei Buchstaben stehen für "Gran Turismo Diesel". "Gran Turismo" wiederum bedeutet so viel wie auf "großer Fahrt". Gemeint sind damit im Automobilbereich relativ komfortable und dennoch recht kraftvoll motorisierte Sportwagen. Auch wenn der GTD natürlich kein echter Sportler ist, ist die "große Fahrt" dennoch eine ausgemachte Stärke des Wolfsburgers, wie der Test zeigt. Denn im Falle des VW Golf GTD kommt ein nicht unerheblicher Aspekt dazu: der niedrige Verbrauch.

VW Golf 7 GTD im Test: Schon optisch auf Sport getrimmt

Beim Gang um das Testobjekt fällt eine Sache sofort auf: Die optischen Unterschiede zum Golf-Bruder GTI sind nicht besonders groß: Beide Modelle haben an der Front zusätzliche Luftöffnungen im Spoiler vorzuweisen, die auf das Plus an Leistung unter der Haube verweisen. Außerdem verfügen sowohl der GTI als auch der GTD über die typische Wabenstruktur des Kühlergitters, vertikal positionierte Nebelscheinwerfer und einen Heckspoiler. Wenn man die Räder außen vor lässt, sind die Unterschiede in optischer Hinsicht also nur im Detail zu erkennen. In der Folge suggeriert Volkswagen dem Betrachter, dass der GTD ein annähernd aufregendes Fahrgefühl bietet wie der VW Golf 7 GTI.

Das Duell: Benziner gegen Selbstzünder

Grundverschieden sind die beiden Wolfsburger allerdings unter der Haube: Während im GTI ein leistungsgesteigerter Zweiliter-Turbobenziner mit 220 PS und 350 Nm sein Werk verrichtet, kommt im VW Golf 7 GTD ein 184 PS und 380 Nm starker Zweiliter-Diesel zum Einsatz. Fahrwerte wie beim GTI sind daher nicht zu erwarten.

Während der Benziner in 6,4 Sekunden auf Tempo 100 sprintet, braucht der GTD 7,5 Sekunden. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit hängt der GTI den Selbstzünder ab: 250 km/h stehen 220 km/h gegenüber. Davon mal abgesehen, dass der GTD den Fahrer nicht ganz so stark in den Rücksitz presst, ist der Diesel dennoch auf eine sportliche Fahrweise ausgelegt.

Die eigentliche Stärke des Diesel ist die Langstrecke über Autobahnen und Landstraßen, gerade in Anbetracht eines Verbrauchs von 4,2 Litern. Obgleich im Test die Werksangaben bei der ausgedehnten Autobahnfahrt um über einen Liter verfehlt wurden, sind die Werte mehr als gut. Wer viel unterwegs ist, aber trotzdem einen sportlichen Golf haben möchte, sollte daher zum VW Golf 7 GTD greifen.

Dynamisches Fahrgefühl trotz leichter Abstriche bei der Beschleunigung

Der Dieselmotor präsentierte sich bei der Testfahrt alles in allem sehr kultiviert und durchzugsstark, kein lautes Röhren war zu vernehmen, wenn man den Drehzahlbereich annähernd ausreizte. Dass sich der GTD zumindest annähernd wie ein GTI fährt und richtig Spaß macht, ist auch auf das um 15 Millimeter abgesenkte Fahrwerk zurückzuführen. Das lässt sich je nach gewünschter Fahrweise individuell konfigurieren und verfügt über drei voreingestellte Modi: Komfort, Sport und Eco. Auch bei hohen Geschwindigkeiten klebte der VW Golf GTD jederzeit auf dem Asphalt und blieb in der Spur.

VW Golf 7 GTD: Preise beginnen bei 29.700 Euro

Volkswagen lässt sich seinen Diesel-Sportler natürlich gut bezahlen: Für den VW Golf GTD sind mindestens 29.700 Euro fällig, der VW Golf 7 GTI kostet wenigstens 28.350 Euro - also ein durchaus bemerkbarer Preisunterschied. Obgleich der Selbstzünder nicht an die Fahrdynamik des Benziners heranreicht, ist der GTD doch ein überaus gelungenes Spaßauto, bei dem man wegen des niedrigen Verbrauchs nicht mal ein schlechtes Gewissen haben muss.

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