Kleinwagen sind beliebter denn je, doch nicht alle Fahrzeugmodelle profitieren davon. Der Alfa Romeo MiTo beispielsweise will alles etwas anders machen als die Konkurrenz - und kommt bislang nur wenig an in Deutschland. 2013 hat der kleine Italiener daher ein dezentes Facelift erfahren. Was sich dadurch ändert, klärt ein Test des Individualisten.

Grundsätzlich ist der Gedanke sicher nicht verkehrt: Bei dem enorm großen Angebot an Kleinwagen müssen sich einzelne Modelle von anderen abheben, um wirklich wahrgenommen zu werden. Alfa Romeo bezeichnet seinen MiTo, eines von aktuell nur drei Modellen im Herstellerprogramm, daher gerne als ideales Fahrzeug für Kunden mit eigenem Geschmack - ein Auto für Individualisten. Der ausschließlich als Dreitürer erhältliche Kleinwagen geht daher nicht nur designtechnisch andere Wege. Auch beim Preis hebt sich der Italiener von der Klassenkonkurrenz ab - und übertrifft diese zum Teil deutlich.

Facelift für den italienischen Individualisten

Seit fünf Jahren ist der Alfa Romeo MiTo in seiner ersten Generation jetzt mittlerweile auf dem Markt - allerhöchste Zeit für eine Auffrischung also. Doch den Staub der vergangenen Jahre abzuwischen, ist der Fiat-Tochter auch mit dem 2013er Facelift nicht komplett gelungen. Äußerlich fiel dieses sehr dezent aus: Ein neu gestalteter Kühlergrill mit Chrom und ein modifiziertes Scheinwerferdesign sind hier das höchste der Gefühle.

Im Innenraum hat der Kleinwagen immerhin ein neues Navi vorzuweisen. Für seine Preisklasse weist der Alfa Romeo MiTo aber nach wie vor etwas viel Hartplastik und billig wirkende Chromimitate auf. Und bis auf das Navi hat auch der Rest der Anzeigen und Instrumente nichts von der Auffrischung mitbekommen.

Premium-Kleinwagen mit 0,9-Liter-Turbo-Zweizylinder - passt das?

Bedeutendste Neuerung nach dem Facelift ist der 0.9 TwinAir-Motor, den Mutterkonzern Fiat zum Beispiel beim Fiat Cinquecento und anderen kleinen Stadtflitzern einsetzt. Das 105-PS-Aggregat mit nur 0,9 Litern Hubraum und zwei Zylindern soll nun also auch den Alfa Romeo MiTo mit Premium-Anspruch antreiben. Die Probleme des winzigen Turbomotors sind bekannt: Anfahrtsschwäche, starke Vibrationen, Durchzugsschwäche und ein deutlich ansteigender Verbrauch bei Ausnutzung der Drehfreude.

Allerdings ist das nur eine Seite der Medaille. So präsentiert sich der MiTo mit dem kleinsten Motor im Test erfreulich lebendig und überrascht unter Last mit einem Sound, der nach mehr Hubraum klingt. Dank seiner Drehfreude ist man im Stadtverkehr ausreichend flott unterwegs, auf der Autobahn wirkt der Motor jedoch überfordert. Und hier steigt der Testverbrauch tatsächlich deutlich an: Statt der versprochenen 4,2 Liter fließt rund die doppelte Menge Benzin durch die Leitungen.

Individuelles Stadtauto mit deutlichen Schwächen

Zwar wird der Alfa Romeo MiTo als Kleinwagen naturgemäß hauptsächlich in der Stadt bewegt, doch auch hier offenbart er kleine Schwächen: So ist das italienische Modell recht unübersichtlich und das Einparken mit ihm gar nicht so einfach. Darüber hinaus ist der Zugang zum 270 Liter fassenden Kofferraum recht umständlich. Wen das beim Einkaufen nicht stört, der muss sich außerdem noch mit dem vergleichsweise hohen Preis arrangieren: Mindestens 14.100 Euro verlangt Alfa Romeo für seinen Individualisten. Der TwinAir schlägt mit wenigstens 16.450 Euro zu Buche. Zum Vergleich: Einen VW Polo bekommt man schon ab 12.450 Euro, einen Ford Fiesta bereits ab 8.990 Euro.

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