Etwas Gutes für die Umwelt tun? Beim Kauf eines Pkws gar nicht so leicht. Mit dem VW Golf TGI BlueMotion soll man sein Umweltbewusstsein jedoch deutlich weniger belasten als mit der Anschaffung eines herkömmlichen Autos. Was der Sauber-Golf leistet, was er kostet und wann sich die Anschaffung lohnt, klärt ein Test.

Wer Umweltfreundlichkeit und Autofahren miteinander vereinbaren will, hat verschiedene Möglichkeiten: Momentan in aller Munde sind Elektroautos und Hybrid-Fahrzeuge, die einen Verbrennungs- mit einem Elektromotor kombinieren. Da sich diese Technologie allerdings noch im Entwicklungsstadium befindet und erst wenige Hersteller serienreife Fahrzeuge anbieten, trauen sich hier viele noch nicht zuzugreifen. Zu Unrecht fast schon in Vergessenheit geraten sind erdgasbetriebene Fahrzeuge, die ebenfalls sauberer sind als ihr Modellgeschwister mit Verbrennungsmotoren. So auch der VW Golf TGI BlueMotion, wie der Test verdeutlicht.

Golf ist Golf - Wenn man ihn auf Äußerlichkeiten reduziert

Rein optisch unterscheidet sich die Erdgasvariante kaum vom Wolfsburger Bestseller mit Verbrennungsmotor. Äußerlich fällt der TGI-Schriftzug am Heck ins Auge, und bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass der Auspuff fehlt. Der endet beim Saubermann nämlich schon vor der Hinterachse.

Im Innenraum des VW Golf TGI BlueMotion, der ab Dezember 2013 in zwei von drei Ausstattungslinien des regulären Golf erhältlich ist (die Topausstattung fehlt hier bislang), kommt lediglich eine weitere Tank- und eine separate Reichweitenanzeige hinzu. Platzeinbußen aufgrund der zusätzlichen Erdgastanks muss der Käufer nicht hinnehmen. Die zwei Gasflaschen, die insgesamt 15 Kilogramm Erdgas fassen, kommen unter dem Laderaum unter. Lediglich auf den doppelten Ladeboden müssen Erdgas-Golf-Besitzer daher verzichten.

Fahren und Sparen - So macht Tanken Spaß

130 Kilogramm Mehrgewicht bringt der VW Golf TGI BlueMotion im Vergleich zum Serien-Golf auf die Waage. Wie wirkt sich das auf den Fahrbetrieb und den Verbrauch aus? Mit dem 1,4-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung ist der Verwandte des VW Eco Up zum Glück ausreichend stark motorisiert. Im regulären Verkehrsfluss sollte es dank 110 PS und 200 Nm, die zwischen 1.500 und 3.700 Touren anliegen, keine Probleme geben.

Auf der Testfahrt präsentiert sich der Sauber-Golf ausreichend kraftvoll und solide. Im Vergleich zu seinen Benzin- und Dieselbrüdern ist er allerdings ein wenig lauter und auch der Federungskomfort leidet ein wenig unter dem Mehrgewicht. Die Start-Stopp-Automatik macht sich beim Testfahrzeug zudem durch ein leichtes Ruckeln bemerkbar.

Neidisch werden die Besitzer seiner Modellgeschwister dann allerdings bei der Fahrt zur Tankstelle. Der VW Golf TGI BlueMotion verbraucht laut Hersteller rund 3,5 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometern. Bei den aktuellen Preisen von etwa 1,10 Euro pro Kilogramm schlagen 100 Kilometer Fahrt also mit gerade einmal 3,85 Euro zu Buche. Bei einem Benzinpreis von rund 1,60 Euro pro Liter dürfte ein benzinbetriebenes Auto nur rund 2,4 Liter verbrauchen, um ähnlich effizient zu sein. Um die Reichweite zu erhöhen, setzt VW aber auf einen zusätzlichen 50-Liter-Benzintank. Wer beide Tanks leer fährt, kommt mit dem Erdgas-Golf also etwa 1.360 Kilometer weit.

Was kostet der Saubermann?

Preislich startet der VW Golf TGI BlueMotion bei 23.400 Euro, der Erdgas-Aufpreis liegt damit bei 2.700 Euro. Bleiben die Kraftstoffpreise auf ihrem derzeitigen Niveau, hat sich der höhere Anschaffungspreis nach etwa 100.000 Kilometern rentiert. Das erleichterte Umweltgewissen gibt es kostenlos dazu: Erdgas hat nämlich eine höhere Energiedichte als Benzin und Diesel und verbrennt sauberer.

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