Die Umweltorganisation BUND hat angesichts der Abgas-Manipulationen bei VW ihre Forderung nach zeitweisen Fahrverboten oder Verkehrsbeschränkungen für Diesel bekräftigt.

Allein in Nordrhein-Westfalen würden in 32 Städten die seit 2010 vorgeschriebenen EU-Höchstwerte für Stickstoffdioxide überschritten, sagte der BUND-Sprecher in NRW, Dirk Jansen. Die Behörden müssten jetzt schnell handeln. Für die Stickstoffdioxidbelastung seien überwiegend Dieselfahrzeuge und der Diesel-Schiffsverkehr verantwortlich.

Diesel: deutlich höhere Belastung

Die Vorgaben für Abgas-Prüfverfahren in Deutschland seien eine Einladung zu Tricksereien an die gesamte Autobranche, sagte Jansen. Da würden Spiegel abgeklebt und Leichtlaufreifen montiert, um den Schadstoffausstoß zu drücken. Die tatsächliche Umweltbelastung sei deutlich höher als die auf dem Prüfstand erfasste. Auch die neue Euro 6-Abgasnorm, die seit Anfang September bei Erstzulassungen gilt, werde in der Realität kaum erreicht. "Euro 6 entspricht tatsächlich nur Euro 3."

Der BUND habe schon Anfang Juli nach einem Mahnschreiben der EU an die Bundesrepublik wegen der Stickstoffdioxid-Überschreitungen schnelle Reaktionen gefordert. "Die Bürger haben ein Recht auf saubere Luft."

Verkehrsbeschränkungen könnten etwa mit Fahrverboten an geraden oder ungeraden Tagen umgesetzt werden. Denkbar seien auch Mautmodelle oder höhere Parkgebühren für Dieselfahrzeuge. Außerdem müssten die Steuerprivilegien für Dieselautos gestrichen werden, forderte Jansen.

Weitere Themen
BUND fordert Fahrverbote oder Großstadtmaut für Diesel