Der Automobilclub von Deutschland (AvD) hat den Rückruf der vom Dieselskandal betroffenen VW-Modelle durch das Kraftfahrt-Bundesamt als verfrüht, schlecht begründet und rechtlich zweifelhaft bezeichnet.

Nun schaltet sich auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) in den VW-Abgasskandal ein - aber anders, als von vielen vermutet. Der AvD hat den vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angeordneten Zwangsrückruf der betroffenen VW-Fahrzeuge deutlich kritisiert. Die Begründung des KBA, dass bei den Modellen die Betriebserlaubnis erloschen sei, wäre schlichtweg falsch, da der US-Abgastest keinerlei Auswirkungen auf die europäischen Typprüfungsvoraussetzungen und die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) habe.

Keine rechtliche Grundlage für Zwangsrückruf

Laut Paragraph 7 Absatz 2 der EG-Fahrzeuggenehmigungs-Verordnung (EG-FGV) ist ein Hersteller nur dann zum Rückruf verpflichtet, wenn "ein erhebliches Risiko für die Verkehrssicherheit, die Gesundheit oder die Umwelt ausgehe". Das sei laut AvD bei Volkswagen aber nicht der Fall. Darüber hinaus sei bisher sogar unklar, ob und in welchem Umfang erhöhte Stickoxid-Werte zu einer konkreten Gefährdung oder Schädigung eines Dritten führen würden.

Der Zwangsrückruf sei außerdem auch aus dem Grund heraus verfrüht, da bisher noch nicht klar sei, welche Modifikationen an den Fahrzeugen vorgenommen werden müssen und welche Auswirkungen diese auf die VW-Modelle hätten. Der AVD geht davon aus, dass bei den meisten Modellen lediglich das amerikanische Testlaufprogramm deaktiviert werden müsse. Dieses habe aber keinerlei Auswirkungen auf das Fahrverhalten und die Sicherheit des Fahrzeugs.

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