Die US-Umweltbehörde CARB hat nach den Enthüllungen über geschönte Abgaswerte bei VW bislang keine Manipulationen bei Diesel-Modellen anderer Hersteller entdeckt.

"Bis jetzt haben wir bei Fahrzeugen anderer Marken keine betrügerischen Abschalteinrichtungen gefunden", sagte Behördenchefin Mary Nichols der "Wirtschaftswoche". "Das heißt nicht, dass alle Emissionswerte so sind, wie wir sie uns wünschen würden, aber es ist nichts, was dem Ausmaß der Überschreitung bei VW-Fahrzeugen nahekommt."

Die Behörde hatte seit Bekanntwerden der Manipulationen bei Stickoxidmessungen bei zahlreichen VW-Dieselmodellen auch Autos anderer Hersteller untersucht. Bei der US-Behörde war zunächst niemand für eine weitere Stellungnahme zu erreichen.

Die von VW zusätzlich eingeräumten Unregelmäßigkeiten bei CO2-Abgasmessungen spielen laut Nichols für ihre Behörde zunächst eine untergeordnete Rolle. Sie gehe davon aus, dass wegen anderer Zulassungstests die meisten CO2-Angaben in den USA korrekt seien.

EU droht VW mit Strafen im CO2-Skandal

Die EU-Kommission droht VW wegen der zu hohen CO2- Werte bei Autos mit Geldbußen. "Bevor wir Strafen aussprechen, wollen wir sehen, was Volkswagen sagt", sagte eine Kommissionssprecherin am Dienstag in Brüssel. EU-Regeln setzen für die Neuwagenflotten der Hersteller CO2-Obergrenzen fest. Werden diese überschritten, drohen Strafen. Zunächst müsse VW jetzt Daten liefern. "Wenn unsere Bewertung steht, werden wir die Prozedur weiter verfolgen", sagte die Sprecherin.

Sie bestätigte, dass EU-Klima- und Energiekommissar Miguel Arias Cañete einen Brief an VW-Konzernchef Matthias Müller geschickt hat. In dem Schreiben habe die EU-Behörde um Klarstellung gebeten, "welche Modelle und wie viele Autos bei VW von den Unregelmäßigkeiten betroffen waren, und um wieviel die CO2-Werte für jedes betroffene Modell unterschätzt wurden". Cañete habe um eine Antwort innerhalb von zehn Tagen gebeten.

Die EU-Kommission sei verpflichtet, jedes Jahr Daten zu dem Schadstoffausstoß der Modelle bei den Herstellern abzufragen. "Das ist Teil der jährlichen Überprüfung von CO2-Emissionen", so die Sprecherin.

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