Die EU-Kommission gibt Volkswagen Zeit bis Jahresende für Angaben zu geschöntem Kohlendioxid-Ausstoß seiner Fahrzeuge. Das bestätigte eine Sprecherin am Freitag in Brüssel. Ein entsprechender Brief sei an das Unternehmen verschickt worden.

Eigentlich hatte die Brüsseler Behörde Auskunft bis zum Donnerstag verlangt. Der Autobauer bat aber um eine Verlängerung.

Klimakommissar Miguel Arias Cañete hatte in einem Brief vom 9. November Klarheit darüber gefordert, welche Modelle und wie viele Autos bei Volkswagen (VW) von den Unregelmäßigkeiten betroffen seien.

Er werde VW drängen, die erwünschten Auskünfte so rasch wie möglich zu liefern, hatte Cañete dem "Wall Street Journal" gesagt, das über die Fristverlängerung berichtet hatte.

USA warten weiter auf Vorschläge von VW

Doch auch in den USA steht am Freitag noch ein wichtiger Termin für VW an: Die kalifornische Umweltbehörde CARB erwartet Vorschläge für einen Rückruf von knapp 500.000 Diesel-Fahrzeugen. Ohne einen akzeptablen Plan zur Beseitigung der Manipulationen drohen Volkswagen vonseiten der Regulierer "drakonische Strafen" bis hin zu Fahrverboten.

CARB-Chefin Mary Nichols geht zudem davon aus, dass VW möglicherweise einen Teil der betroffenen Autos zurückkaufen muss. Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten gezeigt, dass Nachrüsten oft nicht so gut funktioniere wie geplant, sagte sie dem "Handelsblatt". "Deshalb denke ich, es ist ziemlich wahrscheinlich, dass VW wenigstens einen Teil der Flotte von den Besitzern zurückkaufen muss."

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