In der Abgas-Affäre hat Volkswagen Vorwürfe zurückgewiesen, Anfang November die Öffentlichkeit bewusst falsch über Manipulationen bei Diesel-Motoren der Tochter Audi informiert zu haben.

"Es bestand eine unterschiedliche Auffassung zur technischen Bewertung des Sachverhalts. Dies ist Gegenstand der aktuellen Diskussion mit den amerikanischen Behörden", sagte ein VW-Sprecher am Dienstag in Hannover der Deutschen Presse-Agentur. Grundsätzlich würden die Aussagen des Konzerns immer auf dem aktuellen Kenntnisstand der jeweiligen Sachlage basieren.

Audi gesteht Manipulationen ein

Audi hatte am Montagabend die Installation eines Programms in 3,0-Liter-TDI-Motoren eingeräumt, das nach US-Standards als illegale Schummelsoftware gilt. Anfang November hatte das Unternehmen noch kategorisch abgestritten, dass die Funktion zum Vorheizen der Abgasreinigung genutzt wurde, "um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern". In den USA erstreckte sich der Diesel-Skandal bislang vor allem auf die 2,0-Liter-Motoren.

Der VW-Sprecher betonte, man werde auch in dieser Frage "vollumfänglich" mit der Umweltbehörde EPA in Washington kooperieren, um den Sachverhalt rückhaltlos aufzuklären.

Auch Porsche vom Audi-Skandal betroffen

Der Diesel-Skandal um gefälschte Abgaswerte bringt auch den Sport- und Geländewagenbauer Porsche zunehmend in Bedrängnis. Von den entsprechenden US-Ermittlungen seien nun etwa 13.000 Cayenne-Modelle betroffen, bisher sei man von 3.000 ausgegangen, sagte ein Firmensprecher am Dienstag in Stuttgart. Die VW-Tochter Porsche bezieht ihre Diesel-Motoren von Audi. Auch dort hatte man am Montagabend den Einsatz von unerlaubter Software eingestanden.

Audi zufolge geht es bei Porsche um die Cayenne-Dieselmodelle ab 2013, bisher war nur das Modelljahr 2015 im Fokus. Dadurch erhöht sich die Zahl der bemängelten Fahrzeuge beträchtlich.

Zur Frage, wie den betroffenen Kunden geholfen werden soll, wollte der Sprecher nichts sagen. Die internen Beratungen hierzu liefen noch. Man sei zudem weiterhin in Gesprächen mit US-Behörden, mit denen man voll kooperiere.

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