VW erneut in der Kritik: Kurz vor dem Klimagipfel in Paris haben Umweltaktivisten zahlreiche Plakate in der Stadt verteilt. Vermeintliche Werbebotschaften, auf denen die Konzerne nicht besonders gut wegkommen.

Die UN-Klimakonferenz in der französischen Hauptstadt vom 30. November bis zum 11. Dezember hat Aktivisten von Brandalism dazu veranlasst, auf öffentlichen Plätzen und Straßen, vor allem an Bushaltestellen, fingierte Werbebotschaften anzubringen. Auf den Plakaten bekommen der Autobauer VW, Fluggesellschaften und Ölkonzerne ihr Fett ab: eben jene Konzerne, deren Lobbyverbände in der Vergangenheit praktisch immer gegen Übereinkünfte in der Klimapolitik gewirkt haben.

"Fahren Sie sauberer, zumindest dem Anschein nach"

Brandalism ist einer Anti-Werbe-Initiative, die sich 2012 in London gegründet hat. Auf den Bannern in VW-Werbe-Stil ist beispielsweise geschrieben: "Es tut uns leid, dass wir erwischt wurden." Oder auch: "Fahren Sie sauberer, zumindest dem Anschein nach."

Die markenkritischen Werbeplakate treffen aber nicht nur den deutschen Autobauer, auch der Ölkonzern Total oder Air France werden mit bitterer Werbe-Ironie gescholten. Darüber hinaus richten sich einige Anzeigen auch gegen den Unwillen der Politik, ernsthafte Ziele zum Umweltschutz zu vereinbaren. So wird etwa der britische Premierminister David Cameron in einem Rennanzug, auf dem zahlreichen Sponsoren abgebildet sind, gezeigt.

"Das Problem des Klimawandels angehen? Natürlich nicht – wir sind eine Fluggesellschaft"

Joe Elan, einer der Initiatoren, sagt: "Durch ihr Sponsoring werben große Umweltverschmutzer wie Air France und GDF Suez für ihr Engagement und erwecken den Anschein, als würden sie Teil der Lösung der Klimathematik sein. Wir glauben aber, dass sie Teil des Problems sind."

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