Führerschein-Test

Der Online-Führerscheintest: Wie gut sind Sie vorbereitet?

Ohne bestandenen Theorietest kein Führerschein – soweit ist die Sache klar. Nur: Wie sieht die theoretische Führerscheinprüfung überhaupt aus, welche Fragen muss man beantworten und was ist zu tun, um zu ihr zugelassen zu werden? Je nach Führerscheinklasse, für die Sie die Prüfung ablegen wollen, gelten besondere Regeln. Wer sich im Vorfeld informiert, geht nicht nur gut vorbereitet in die Prüfung, sondern schließt unangenehme Überraschungen im Vorfeld aus.

Der Führerschein und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen

Bevor Sie zur praktischen und theoretischen Prüfung zugelassen werden, müssen Sie einige Voraussetzungen für den Führerschein erfüllen. Es müssen amtliche Papiere und ein Sehtest vorgelegt sowie je nach Führerscheinklasse die körperliche Eignung nachgewiesen werden. Außerdem darf zur Prüfung nur antreten, wer vorher einen Antrag gestellt hat.

Die Anmeldung zum Führerschein

In der Regel wird der Antrag in der Anfangsphase der Führerscheinausbildung gestellt. Denn je nach Behörde kann die Bearbeitung des Antrags 8 Wochen und sogar länger dauern. Meist sorgt die Fahrschule dafür, dass die Anmeldung zum Führerschein rechtzeitig und vollständig erfolgt. Erst wenn der Antrag bewilligt ist, kann die Anmeldung zur Prüfung erfolgen. Bei welcher Behörde der Antrag zu stellen ist, kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Den Ort der Führerscheinprüfung beachten

In einer Stadt wohnen, aber auf dem Land den Führerschein machen? Das ist nicht ohne weiteres möglich. Die Gesetzgebung sieht vor, dass jeder dort das Fahren erlernt, wo er vorrangig seine ersten Erfahrungen am Steuer sammeln wird. Deswegen muss der Ort, an dem Sie zur Fahrschule gehen und die Prüfung absolvieren, mit dem amtlichen Wohnort übereinstimmen. Einer Abweichung muss das am Wohnort zuständige Straßenverkehrsamt zustimmen.

Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs als Voraussetzungen für den Führerschein

Wer einen Führerschein macht, muss seine Augen prüfen lassen. Den Sehtest kann ein Optiker oder ein Augenarzt durchführen. Wenn die Sehschärfe (Visus) den vorgegebenen Wert von 0,7 unterschreitet, gilt der Test als nicht bestanden. Damit ist der Weg zum Führerschein aber nicht verstellt.

Allerdings müssen Sie sich als Fahrschüler in dem Fall eine Brille oder Kontaktlinsen anschaffen und mit der Sehhilfe ein augenärztliches Gutachten erstellen lassen. Auch Personen, die bereits eine Brille tragen, müssen ein Gutachten statt des Tests vorlegen. Bringen Sie Pass oder Personalausweis zum Sehtest mit, damit die Bescheinigung ausgestellt werden kann.

Der Erste-Hilfe-Kurs

Fahranfänger müssen einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Die „Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen am Unfallort“ erfolgt seit dem 1. April 2015 in einem 9-stündigen Kurs. Vorher dauerte dieser 16 Stunden. Ein solcher Kurs genügt für die Führerscheine der Klassen A, B, L und T. Wer einen Führerschein für Lkw und Bus machen will, muss an einem 12-stündigen „großen Erste-Hilfe-Kurs“ teilnehmen.

Die Fahrzeugklassen: Ab wann darf ich was fahren?

Wer davon träumt, nach bestandenem Führerscheintest gleich das Motorrad des Vaters auszuprobieren, sollte vorher prüfen, ob er dazu überhaupt berechtigt ist. Die Fahrzeugklassen legen fest, welche Fahrzeuge dazugehören und welches die Voraussetzungen für den Führerschein sind. Grundsätzlich gilt, dass sowohl der Auto- als auch der Motorradführerschein eine Theorie- und Praxisprüfung umfassen. Ausnahmen von dieser Regel erläutern wir im Abschnitt zur jeweiligen Führerscheinklasse.

Führerscheintest - die Fahrzeugklassen

Der Autoführerschein: Klasse B und BE

  • Das Mindestalter für den Erwerb des Führerscheins liegt bei 18 Jahren. Das „begleitete Fahren“ ermöglicht es Fahranfängern jedoch, bei Einhaltung bestimmter Auflagen bereits ab 17 Jahren hinter dem Steuer zu sitzen.
  • Das gefahrene Auto darf in der Klasse B ein Gesamtgewicht von 3,5 t nicht überschreiten.
  • Mit einem Führerschein der Klasse B dürfen Sie einen Anhänger fahren, wenn das Gewicht des Anhängers weniger als 750 kg beträgt.
  • Wiegt der Anhänger mehr als 750 kg, muss ein Führerschein der Klasse BE vorliegen. Diesen können Sie ab einem Alter von 18 Jahren erwerben.

Die Motorradführerschein: Klassen AM bis A

Motorrad-Führerschein Klasse AM (Rollerführerschein)

  • Das Mindestalter für den Führerschein liegt bei 15 Jahren.
  • Führerschein-Inhaber dürfen zwei- und dreirädrige Kleinkrafträder und Mopeds mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h fahren.
  • Der Hubraum darf höchstens 50 ccm betragen.

Motorrad-Führerschein der Klasse A1

  • Der Führerschein A1 kann ab einem Alter von 16 Jahren erworben werden.
  • Er berechtigt zum Fahren von Motorrädern mit höchstens 125 ccm Hubraum und einer maximalen Motorleistung von 11 kW.
  • Die maximale Motorleistung von dreirädrigen Kraftfahrzeugen darf 15 kW nicht überschreiten.
  • Bis zu einem Alter von 18 Jahren darf die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h nicht überschreiten.
  • Sie dürfen Motorräder mit Beiwagen fahren.

Motorrad-Führerschein der Klasse A2

  • Der Führerschein A2 ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich.
  • Die maximale Motorleistung von zweirädrigen Krafträdern darf 35 kW betragen.
  • Bei dreirädrigen Kraftfahrzeugen darf die Leistung bei höchstens 15 kW liegen.

Motorrad-Führerschein der Klasse A

  • Für den Motorradführerschein der Klasse A müssen Sie mindestens 24 Jahre alt sein, wenn Sie vorher keinen Führerschein der Klasse A2 erworben haben.
  • Inhaber des A2-Führerscheins dürfen nach mindestens 2 Jahren, also ab dem 20. Lebensjahr, den A-Führerschein machen.
  • Mit einem Motorradführerschein der Klasse A dürfen Sie „offene“ Maschinen fahren. Begrenzungen, die für die Klassen AM, A1 und A2 gelten, sind hier aufgehoben.
  • Sie dürfen alle Motorräder mit einem Hubraum von mehr als 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit von über 45 km/h fahren.

Die Lkw-Führerscheinklassen

Lkw-Führerschein der Klasse C1 und C1E

  • Sie können den Führerschein C1 ab 18 Jahren erwerben, wobei der Vorbesitz des Führerscheins der Klasse B Voraussetzung ist.
  • Der Führerschein berechtigt zum Fahren von Fahrzeugen mit einer Gesamtmasse bis zu 7,5 t.
  • Außer dem Fahrersitz darf das Fahrzeug nicht mehr als 8 zusätzliche Sitzplätze aufweisen.
  • Der Führerscheinabsolvent muss neben dem augenärztlichen Gutachten und einem Erste-Hilfe-Kurs ein ärztliches Zeugnis vorlegen.
  • Wer den Führerschein C1E besitzt, kann am Zugfahrzeug (bis 7,5 t) einen Anhänger mit einer Gesamtmasse von 750 kg anbringen.
  • Das Mindestalter für den Führerschein C1E liegt bei 18 Jahren, der Vorbesitz des Führerscheins C1 ist Voraussetzung
  • Der Führerschein C1E umfasst nur eine praktische Prüfung.

Lkw-Führerschein der Klasse C und CE

  • Das Mindestalter für den Führerschein liegt bei 21 Jahren.
  • Wer bei der Feuerwehr, der Polizei, dem Rettungsdienst oder einer ähnlichen Organisation ein Klasse-C-Fahrzeug führen soll, kann den Führerschein bereits mit 18 Jahren erwerben.
  • Mit Führerschein dürfen Sie auch schwere Lkw über 7,5 t mit einem Anhänger von maximal 750 kg Gewicht führen.
  • Die Zahl der Fahrgastplätze darf 8 nicht übersteigen.
  • Mit dem Führerschein der Klasse CE dürfen Lastzüge mit einem Anhänger über 3,5 t geführt werden.
  • Der Führerschein CE umfasst eine theoretische und eine praktische Prüfung.

Die Bus-Führerscheinklassen

Bus-Führerschein der Klasse D1 und D1E

  • Der Führerschein der Klasse D1 kann ab 21 Jahren erworben werden. Voraussetzung dafür ist der Führerschein der Klasse B.
  • Es dürfen maximal 16 Personen befördert werden.
  • Mit dem Führerschein der Klasse D1E ist es möglich, Anhänger, die über 750 kg wiegen, mit dem D1-Fahrzeug zu führen.
  • Es muss nur eine praktische Führerscheinprüfung abgelegt werden.
  • Absolventen müssen an einem Erste-Hilfe-Kurs teilnehmen sowie ein augenärztliches Zeugnis, ein ärztliches Zeugnis und ein Belastungsgutachten vorlegen.
  • Die Führerscheinprüfung D1E umfasst nur einen praktischen Teil.

Bus-Führerschein der Klasse D und DE

  • Das Mindestalter liegt bei 24 Jahren, und der Führerschein der Klasse B muss vorliegen.
  • Bei Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst liegt das Mindestalter bei 21 Jahren.
  • Es dürfen Busse mit mehr als 8 Fahrgastplätzen und einem Anhänger bis 750 kg Gewicht geführt werden.
  • Auch hier muss ein Belastungszeugnis zusätzlich zum Erste-Hilfe-Kurs, der augenärztlichen Untersuchung und dem ärztlichen Zeugnis vorgelegt werden.
  • Der Führerschein DE erlaubt das Führen von Bussen mit Anhängern über 750 kg Gewicht.
  • Die Führerscheinprüfung DE umfasst nur einen praktischen Teil.

Führerschein für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen

Der Traktorführerschein der Klasse L

  • Der Führerschein der Klasse L ist ab einem Alter von 16 Jahren möglich.
  • Er berechtigt zum Führen land- und forstwirtschaftlicher Zugmaschinen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h.
  • Mit einem Anhänger darf die Höchstgeschwindigkeit nur 25 km/h betragen.

Der Traktorführerschein der Klasse T

  • Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren.
  • Inhaber dürfen land- und forstwirtschaftliche Maschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h fahren.
  • Nur Personen ab einem Alter von 18 Jahren sind dazu berechtigt, Zugmaschinen der Klasse T mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 40 km/h zu fahren.

Wann darf ich an der theoretischen Führerscheinprüfung teilnehmen?

Je nach Führerscheinklasse muss ein Absolvent eine Mindestanzahl an Doppelstunden besucht haben. Die Gesamtzahl der Stunden setzt sich in jeder Klasse aus dem Grundstoff und dem klassenspezifischen Zusatzstoff zusammen. Der Umfang des Grundstoffs beträgt immer 12 Doppelstunden (à 90 Minuten). Die theoretische Prüfung kann frühestens 3 Monate vor Erreichen des nötigen Mindestalters für die jeweilige Führerscheinklasse abgelegt werden.

Wer bereits einen Führerschein besitzt, muss den Grundstoff nicht in vollem Umfang wiederholen. Deswegen ergeben sich verschiedene Mindestumfänge beim Ersterwerb und einer Erweiterung. Ein Anwärter auf den Führerschein der Klasse A, der bereits einen Führerschein der Klasse A1 besitzt, muss nur 6 statt der 12 Doppelstunden zum Grundstoff besuchen. Zuletzt ist die Einschätzung des Fahrlehrers entscheidend: Nur wenn er der Meinung ist, dass ein Führerscheinanwärter für die theoretische Führerscheinprüfung bereit ist, wird er ihn für diese zulassen.

Führerscheinklasse Ersterwerb Erweiterung
Mofa 6 -
AM 14 6
A1 16 6
A2 16 6
A 16 6
B 14 6
C1 12 12
C 16 -
L 14 6
T 14 6

Das begleitete Fahren

Beim „begleiteten Fahren“ liegt das Mindestalter für die Klassen B und BE bei 17 Jahren. Dafür muss der Führerscheinanwärter mit der Zustimmung eines Erziehungsberechtigten einen gesonderten Antrag stellen (gemäß § 48a FeV). Wer die theoretische Führerscheinprüfung besteht, erhält eine Prüfungsbescheinigung, die ab dem 17. Lebensjahr dazu berechtigt, in Begleitung einer namentlich bekannten Person zu fahren. Diese Person muss bei der Antragstellung genannt werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit, mehrere Personen einzutragen. Für die begleitende Person gelten folgende Auflagen:

  • Mindestalter 30 Jahre
  • Mindestens 5 Jahre in Besitz eines Führerscheins
  • Nicht mehr als 1 Punkt in Flensburg

Die Vorbereitung: Fahrschulbögen, Fahrschulbögen und noch mal Fahrschulbögen

Wer sich auf die Theorieprüfung gewissenhaft vorbereitet, hat wenig zu befürchten. Ohne Übung sind die Theorieprüfungen in den Klassen B bis T dagegen nicht zu bestehen. Laut einer Erhebung des Kraftfahrtbundesamtes aus dem Jahr 2014 fallen 32,3 % der Anwärter durch die Prüfung der verschiedenen Klassen. Die Durchfallquote bei den praktischen Prüfungen ist niedriger. Hier sind 2014 nur 26 % der Personen durchgefallen.

Das kommt in der theoretischen Prüfung auf Sie zu

Ebenso wie sich der theoretische Unterricht aus Grund- und Zusatzstoff zusammensetzt, wird auch in der Theorieprüfung Wissen aus beiden Bereichen abgefragt. Beim Ersterwerb eines Führerscheins der Klassen A und B besteht die Prüfung aus 30 Fragen. Eine Erweiterung umfasst 20 Prüfungsfragen. Führerscheinanwärter beantworten Fragen zu Verkehrsregeln, Vorschriften zur Nutzung von Fahrzeugen, Fahrphysik und Technik.

Der Führerscheintest läuft nach dem Multiple-Choice-Verfahren. Die Antwortmöglichkeiten können eine oder mehrere richtige Antworten beinhalten. Personen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, können die Prüfung in 11 Fremdsprachen ablegen (Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch und Türkisch).

Am Tag der Prüfung

Die Prüfung wird am PC abgenommen. Fahrschulbögen werden Sie nicht ausfüllen müssen. Bevor es losgeht, kontrolliert der Prüfer anhand des Ausweises die Identität der Prüfungsteilnehmer. Der Prüfer wird entweder vom TÜV oder der DEKRA gestellt und erläutert vor Beginn die wichtigsten Aspekte und den Ablauf der Prüfung. Sind die Führerschein-Prüfungsfragen freigegeben, sollten Sie sich mit dem Beantworten Zeit lassen. Sie haben genügend Zeit zur Verfügung. Wenn Ihnen eine Antwort nicht sofort einfällt, können Sie die Frage auch später noch beantworten. Der Computer warnt Sie vor der Abgabe, sollten nicht alle Felder ausgefüllt sein. Um an der theoretischen Führerscheinprüfung teilnehmen zu können, müssen Sie folgende Unterlagen einreichen:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Bescheinigung des absolvierten Mindestunterrichts
  • Nachweis der Zahlung der theoretischen Prüfungsgebühren

Wie viele Fehlerpunkte sind bei der theoretischen Führerscheinprüfung erlaubt?

Bei 30 Fragen sind 10 Fehlerpunkte erlaubt. Bei einer Erweiterungsprüfung beträgt die maximale Fehlerpunktzahl 6. Den Fragen ist ein Wert zwischen 2 und 5 Punkten zugeordnet. Eine falsche Antwort bei einer Frage mit hoher Wertigkeit fällt dementsprechend stärker ins Gewicht. Außerdem besteht eine Ausnahme von der 10-Punkte-Grenze: Wer 2 Fragen mit einer Wertigkeit von 5 Punkten falsch beantwortet, hat die Prüfung ebenfalls nicht bestanden, selbst wenn ihm keine weiteren Fehler unterlaufen sind. Sollten Sie die Prüfung nicht bestehen, können Sie nach 14 Tagen einen neuen Anlauf starten.

Das fällt bei der theoretischen Führerscheinprüfung an Kosten an

Die gesetzlich festgelegte Prüfungsgebühr beträgt bei Prüfungen für die Klassen A und B 20,83 € (Stand Februar 2016). Bei einer Wiederholung bleibt der Betrag unverändert. Allerdings ist die Prüfungsgebühr nicht der einzige Kostenpunkt auf dem Weg zur theoretischen Führerscheinprüfung.

An erster Stelle stehen dabei die Kosten für die Übungsstunden. Diese können sich je nach Fahrschule unterscheiden. Häufig erheben die Fahrschulen eine Gebühr für die theoretische Ausbildung und die Anmeldung zum Führerschein. Zusätzliche fallen 6,43 € für die Bescheinigung des Sehtests an. Diese Summe ist ebenfalls vom Gesetzgeber festgelegt. Der Preis des Erste-Hilfe-Kurses ist dagegen nicht geregelt und variiert von Veranstalter zu Veranstalter.

Der Führerscheintest

Hinweis: Auf jede Frage kann es auch mehrere Antwortmöglichkeiten geben (Multiple Choice).