Die Autobahn liegt herrlich frei vor Ihnen, Sie sehen sich schon am wunderbaren Urlaubstrand relaxen. Nach der nächsten Bergkuppe könnte schon das Meer liegen – doch stattdessen wartet dort ein Stau auf Sie. Kein Entkommen, die letzte Abfahrt liegt schon ein paar Kilometer zurück.

Der Staumelder schläft, die Verkehrsmeldungen schweigen. Erst jetzt, als sie in dieser Blechschlange feststecken, werden Sie auch über die Staumeldungen informiert. Ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern.

Ruhig bleiben

Es stellt sich die Frage: Wie damit umgehen? Vor allem heißt es erst mal ruhig bleiben, denn Aktionismus schadet nur. Jetzt durch wildes Spurwechseln, Lücken-Springen und ungeduldiges Drängeln zu hoffen, schneller ans Ziel zu kommen, ist sicher ein Trugschluss. Dieses hektische Verhalten sorgt dafür, dass sich der Stau langsamer auflöst.

Es entsteht ein Ungleichgewicht, das den Stau am Leben erhält. Deswegen lautete die klare Empfehlung von Verkehrsexperten: Auf der eigenen Spur fahren, abwarten und auf den Staumelder und die Verkehrsmeldungen achten.

Ganz wichtig ist es, eine Rettungsgasse zu bilden, damit die Einsatzfahrzeuge im Fall der Fälle schnell zum Unfallort kommen können. So helfen Sie womöglich Leben retten und sorgen nebenbei dafür, dass sich der Stau schneller auflöst. Wie funktioniert das? Im Staufall müssen die Fahrzeuge auf der rechten Fahrspur ganz an den rechten Fahrbahnrand gelenkt werden, Fahrzeuge der linken Spur sollen zum linken Fahrbahnrand ausweichen – so entsteht die Rettungsgasse.

Bei drei Spuren muss in Deutschland die Gasse zwischen der linken und mittleren Spur gebildet werden. Verfolgen Sie aufmerksam die Verkehrsmeldungen und halten Sie sich durch den Staumelder auf dem Laufenden. Achten Sie darauf, immer genügend Abstand zum Vordermann zu halten, und versuchen Sie niemals zu wenden oder rückwärts zu fahren.

Was tun bei einer Panne?

Der Motor sollte, falls sich die Autokolonne nicht mehr bewegt, ausgeschaltet werden. Das spart Sprit und schont die Umwelt. Auch deswegen sollten Sie immer genügend Treibstoff im Tank haben. Also nicht den Tank fast vollkommen leer fahren und sich wundern, wenn Sie nach einer Stunde Stop and Go ohne Benzin oder Diesel liegen bleiben.

Im Stau ist das kein Spaß, zudem können Sie so selbst zum Hindernis werden. Bei einer Panne im Stau müssen Sie Ihr Fahrzeug möglichst weit rechts abstellen, auch in einer Baustelle.

Warnblinker ein, Handbremse anziehen, Warndreieck korrekt aufstellen (rund 100 Meter hinter dem Fahrzeug), Pannendienst kontaktieren. Und am besten hinter der Leitplanke auf Hilfe warten.

Tabu Standstreifen

Wenn die Sonne brutzelt und die Kinder quengeln, bietet sich natürlich das Aussteigen aus dem Fahrzeug an. Doch Vorsicht! Verlassen Sie den Wagen nur, wenn der Verkehr vollkommen zum Erliegen gekommen ist, eine Rettungsgasse gebildet wurde und Sie sich nicht am Ende des Staus befinden.

Den Kindern gilt natürlich eine besondere Aufmerksamkeit, denn es gibt immer wieder Motorradfahrer, die sich zwischen Autos hindurchschlängeln oder Fahrzeuge, die auf dem Standstreifen fahren.

Am besten bleiben Sie angeschnallt sitzen. So können Sie sich jederzeit über die Staumelder oder die Verkehrsmeldungen über die aktuelle Lage informieren. Der Standstreifen ist natürlich tabu für Sie! Auch nicht, um die nächste Ausfahrt zu erreichen oder ähnliches. Das ist gefährlich und falls Sie dabei von der Polizei erwischt werden, müssen Sie zahlen.

Fazit: Nehmen sie sich zurück, bleiben Sie ruhig und halten Sie sich an die Regeln. Dann sind Sie auch bald am Strand Ihrer Träume und der Stau wird nur noch eine kleine Urlaubsanekdote sein – wenn überhaupt.

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