Sie bekommen über Ihren Staumelder oder die Verkehrsmeldungen noch rechtzeitig die Nachricht, dass sich auf Ihrer geplanten Route der Verkehr stockt.

Was tun? An der nächsten Ausfahrt runter von der Straße und einen Umweg in Kauf nehmen? Oder rein in die Blechlawine, sie als unvermeidbar hinnehmen und die ganze Angelegenheit aussitzen?

Lemming Mensch

Prinzipiell ist es schwer, hier eine eindeutige Empfehlung auszusprechen. Denn dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle: die Länge der Stockung, der Grund des Staus, die angebotenen Umfahrungsmöglichkeiten durch die Staumeldungen und und und.

Dennoch ist es auffällig, dass viele Autofahrer bei der ersten Stockung panisch die Straße verlassen und sich im Hinterland durch die Wälder schlagen, um dann irgendwann wieder die freie Ursprungsroute zu finden. Doch oft lohnt sich genau das nicht.

Denn über diese Umgehungsstraßen zu zuckeln, braucht nicht selten mehr Zeit, als den Stau kurz über sich ergehen zu lassen. Zwar empfiehlt der Staumelder des Navis das Abfahren oder in den Verkehrsmeldungen wird eine Alternativroute vorgeschlagen, doch das sollte man nicht blind befolgen.

Insbesondere, weil viele Staumeldungen aus dem Radio längst veraltetet sind bis sie den Weg über den Äther finden. Angeblich sollen bis zu einem Drittel der Verkehrsmeldungen, die verbreitet werden, schon nicht mehr aktuell sein.

Reinfahren, aussitzen, weiterfahren

Ein Grund dafür: Sie entstehen aus einem Sammelsurium von Informationen durch verschiedene Quellen. Dazu gehören Kameras, an den Straßen platzierte Sensoren, Polizeiangaben und die immer mehr in Mode kommenden freiwilligen Staumelder, die über Radiostationen akquiriert werden.

Und auch die Staumelder, die in den Navis integriert sind, haben nicht immer die beste Lösung parat. Zudem darf nicht unterschätzt werden, dass wenn viele Autofahrer die Ausweichroute in Anspruch nehmen, diese ebenfalls zur Staufalle werden kann. Hinzu kommt der Punkt Mehrverbrauch: Auch hier ist eine klare Aussage schwer zu treffen, denn das ständige Stop and Go in der Blechschlange kann den Verbrauch ebenso nach oben treiben wie das weiträumige Umfahren des Ärgernisses.

Folglich lautet also die eingeschränkte Empfehlung: Reinfahren, aussitzen, weiterfahren. Wenn es nach Experten geht, kommen Sie so schneller voran als wenn Sie den Stau umfahren. Sie sollten dem Staumelder also tendenziell kritisch gegenüberstehen und sich trotz der Verkehrsmeldungen dem Stau-Schicksal ergeben.

Anders liegt der Fall natürlich, wenn es zu einer Vollsperrung der ursprünglichen Strecke kommt oder Ihnen das Benzin auszugehen droht. In diesem Fall ist ein Ausflug in die Landschaft unvermeidbar – bis Sie im nächsten Stau landen, weil alle Reisenden dieser Idee folgen.

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