Generell gilt beim Autofahren mit Kindern an Bord: Sicherheit geht immer vor. Wenn Sie einen Kindersitz im Oldtimer befestigt bekommen, spricht daher auch nichts dagegen, den Nachwuchs im historischen Fahrzeug mitzunehmen. Allerdings könnten Sie bei der Montage auf einige Schwierigkeiten treffen.

Am Steuer klassischer Fahrzeuge sind längst nicht nur ältere Autofahrer anzutreffen. Auch bei jungen Familien erfreuen sich einige Young- und Oldtimer großer Beliebtheit. Da für sie die Kindersicherung allerdings oberste Priorität haben sollte, empfiehlt sich nicht ausnahmslos jedes Modell. In der Regel bekommen Sie einen Kindersitz im Oldtimer aber unter - und die dafür nötigen Sicherheitsgurte einfach nachgerüstet. Was Sie bei der Montage beachten sollten, und was das für Ihre H-Zulassung bedeutet, lesen Sie im Folgenden.

Sicherheitsgurte hinten sind Voraussetzung

Um einen Kindersitz im Oldtimer wie im Neuwagen zu befestigen, müssen die Rücksitze mit Sicherheitsgurten ausgestattet sein - am besten mit modernen Dreipunktgurten, in Ausnahmefällen genügen auch Beckengurte. Wer einen Oldtimer erst erwirbt, kann daher direkt nach Modellen Ausschau halten, die schon damals mit der fortschrittlichen Sicherheitstechnik ausgestattet waren. Ein solches Beispiel ist der Volvo 240, der zwischen 1974 und 1993 gefertigt wurde, und bereits bei Erscheinen neue Maßstäbe in der Fahrzeugsicherheit legte. Ansonsten finden Sie bei Oldtimern bis zum Baujahr 1991 häufig nur Beckengurte vor.

Dreipunktgurte lassen sich meist problemlos nachrüsten

Da die meisten und vor allem sicheren Kindersitze nur in Verbindung mit Dreipunktgurten zu montieren sind, müssen Sie solche unter Umständen nachrüsten. In den meisten Oldtimern stellt dies allerdings kein Problem dar. Häufig verfügen klassische Fahrzeuge bereits ab Werk über die dafür nötigen Befestigungspunkte hinter den Verkleidungen. Und selbst wenn dies nicht der Fall ist, können Sie Dreipunktgurte meist einfach nachrüsten oder nachrüsten lassen, um einen Kindersitz im Oldtimer unterzubringen.

Keine Auswirkungen auf die H-Zulassung

Bei Oldtimerfreunden läuten eventuell die Alarmglocken, wenn sie von Umbauten an der Karosserie oder zu bohrenden Löchern erfahren, die für die Nachrüstung von Sicherheitsgurten nötig sind. Da eine solche Nachrüstung allerdings der Sicherheit dient, ist die H-Zulassung dadurch nicht in Gefahr, erklärt der TÜV Süd. In der Regel erhalten Sie dafür problemlos eine Umbauzulassung.

Folgende Probleme können dann dennoch auftreten: Zum einen gibt es noch einige Vorkriegsmodelle mit Holzrahmen, bei denen eine Nachrüstung nicht möglich ist. Zum anderen kann eine Nachrüstung bei Modellen wie dem Fiat 500 aus Platzgründen nicht möglich sein. Können Sie aus einem dieser Gründe keinen Kindersitz im Oldtimer montieren, dürfen Kinder unter drei Jahren gar nicht mitfahren, Kinder ab drei Jahren nur auf der Rückbank. Es sei denn, das Auto hat nur vorne Gurte - dann muss der Nachwuchs auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.

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