Nicht selten verhelfen Filmautos den realen Modellen der Hersteller zu Ruhm und Bekanntheit. James Bond stieg damals gerne in einen Aston Martin und der Dodge Charger erlangte durch die "The Fast and the Furious"-Filmreihe Kultstatus. Doch es geht auch anders: In "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" fährt "Kapitän Nemo" ein unrühmliches Schlachtschiff, das nicht nur ästhetisch grenzwertig ist.

Optisch wollte Designer Carol Spier wohl ordentlich auf den Putz hauen, als der das fast sieben Meter lange Monstrum für den Fantasy-Spielfilm von 2003 entwickelte. Die Basis bildete ein Feuerlöschfahrzeug von Land Rover. Mit diesem hat das Filmauto aber nicht mehr viel gemein. Eine Gemeinsamkeit besteht hingegen zu einem der ungewöhnlichsten Formel-1-Wagen aller Zeiten: Wie der Tyrell P34 hat das Auto von Kapitän Nemo sechs Räder, zwei Vorderachsen und eine Hinterachse. Zum wahren Monstrum wird der Koloss aber erst durch seine umfangreiche ornamentale Verzierung.

Nicht nur hässlich, sondern auch aus der Zeit gefallen

Das kolossale Design mit den klobigen Elementen ist natürlich Geschmackssache. Das Hauptproblem des Filmautos von "Kapitän Nemo" ist allerdings ein anderes: Wie Jason Torchinsky auf dem Auto-Portal "Jalopnik" erklärt, sei der modifizierte Land Rover deshalb das schlechteste Filmauto aller Zeiten, weil es untermauert, wie wenig sich Filmemacher Gedanken um vermeintliche Nebendarsteller wie Autos machen würden.

Dabei hätte die Zeit, in der "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" spielen soll, nämlich das ausgehende 19. Jahrhundert, ein großes Potenzial für die Entwicklung eines aufregenden Autos auf Basis damaliger Pionierfahrzeuge gegeben. Wie bei seinem U-Boot "Nautilus" wäre beispielsweise ein fortschrittlicher Elektroantrieb für das Auto denkbar. Stattdessen bekam "Kapitän Nemo" einen fast sieben Meter langen Koloss mit Verbrennungsmotor verpasst, das sich nicht besonders gut für den Transport im U-Boot eignet. Etwas mehr Hintergrundforschung und Liebe zum Detail wären wünschenswert gewesen.

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