Nach dem schweren Busunglück in Oberfranken wird in Deutschland heiß diskutiert: Wie sicher ist die Fahrt in einem Reisebus wirklich? Gibt es genügend Sicherheitsvorkehrungen und wie lassen sich derart schwere Unfälle wie auf der A9 bei Münchberg wirksam vermeiden? Wer selbst etwas tun will, sollte genau hinschauen: So erkennen Sie einen sicheren Reisebus.

Die Sicherheit von Reisebussen steht deutschlandweit erneut im Fokus: Nach dem schweren Unglück auf der A9 in Bayern rätseln Experten derzeit immer noch, warum der Fahrer auf das Hindernis auffuhr und vor allem, weshalb der Bus anschließend so schnell und stark in Brand geriet. Doch schon jetzt hat der Unfall erheblichen Einfluss auf das Sicherheitsempfinden tausender Reisender: Ist ein Reisebus überhaupt sicher genug? Mit diesen Tipps können Sie herausfinden, ob ein Bus einem gewissen Sicherheitsminimum genügt.

Ist ein zweiter Fahrer an Bord?

Es soll Busunternehmen geben, die sich nicht an die gesetzlich geregelten Ruhezeiten für die Busfahrer halten. Grundsätzlich soll ein Busfahrer seine sogenannten Lenkzeiten von maximal neun Stunden am Tag nicht überschreiten, wobei er in einer Woche höchstens zweimal zehn Stunden lang fahren darf. Nach spätestens viereinhalb Stunden muss er außerdem eine 45-minütige Pause einlegen. Ist also abzusehen, dass Ihre Fahrt an einem Tag deutlich länger als neun Stunden dauert, sollte ein weiterer Fahrer für die Ablösung bereitstehen. Ist das nicht der Fall, kann das gefährliche Folgen haben. Denn die Konzentration am Steuer lässt nach einer gewissen Zeit nach. Selbst bei Berufsfahrern kann es dann zu schwerwiegenden Fahrfehlern oder sogar zum Sekundenschlaf kommen.

Auf den Zustand des Busses achten

Moderne Reisebusse sind sicherer als ältere Modelle – das ist ein Fakt. Denn wie bei Pkw gibt es seit einiger Zeit auch bei Bussen die Pflicht, ABS sowie ESP zu verbauen. Die Programme verhindern gefährliche Schleuderfahrten und halten den Bus bei Bremsmanövern manövrierfähig, auch wenn es nass ist. In der Regel ist auch das Crashverhalten von modernen Bussen alten Fahrzeugen deutlich überlegen. Hinzukommen spezielle Fensterscheiben, die im Ernstfall als Notausstieg dienen.

Werfen Sie einen prüfenden Blick auf die Reifen des Fahrzeugs: Sind hier deutliche Verschleißerscheinungen am Profil oder sogar schon kleine Risse im Gummi zu erkennen, sollten Sie den Fahrer darauf aufmerksam machen: Ein geplatzter Reifen auf der Autobahn kann einen schweren Unfall nach sich ziehen. Ein kurzer Blick auf das Nummernschild verrät, wie lange der Bus schon nicht mehr beim TÜV war: Hat der Bus kein aktuelles TÜV-Prüfsiegel, sollten Sie sicherheitshalber nicht einsteigen. Bei der Reise mit dem Bus sollten Sie darüber hinaus daran denken, dass seit 2005 auch dort eine Gurtpflicht besteht – nur mit dem angelegten Beckengurt sind Sie bei einem Überschlag davor geschützt, im gesamten Innenraum herumgeschleudert zu werden.

Busfahren ist nach wie vor sicher

In Panik sollten Sie aufgrund der aktuellen Geschehnisse dennoch nicht verfallen: Der Reisebus ist nach wie vor eines der sichersten Verkehrsmittel. Gemessen am Verhältnis von Fahrgastzahlen zu Unfällen gibt es nur gute Nachrichten. Laut "Süddeutsche Zeitung" sind im Jahr 2015 mehr als 21 Millionen Menschen mit Fernbussen gereist und nur 295 von ihnen verunglückten – einer davon tödlich.

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