Nicht nur Autos von Vielfahrern verschleißen schnell: Auch Fahrzeuge, die nur selten gefahren werden, können schneller kaputt gehen, als viele glauben. Doch das muss nicht sein: Damit das kostbare Fortbewegungsmittel auch nach längerer Pause wieder optimal fährt, sollten Sie sich an die folgenden Tipps halten.

In der Großstadt wohnen und ein Auto zu besitzen ist komfortabel. Doch wenn man ehrlich ist: Wirklich oft braucht man es nicht. Denn das Fahrrad oder die U-Bahn ist nicht selten die bessere Wahl, um in einer Metropole von A nach B zu gelangen. Und deshalb fristen viele Pkw in Deutschland ein eher tristes Dasein: Sie stehen sich die Reifen auf einem Parkplatz oder in einer Tiefgarage platt. Nicht viel anders ergeht es Fahrzeugen mit Saisonkennzeichen, die im Sommer eifrig gefahren werden, um das Winterhalbjahr unter einer Plane zu verbringen. Das Ergebnis ist das Gleiche: Autos, die eine längere Zeit nicht gefahren werden, entwickeln Verschleißerscheinungen. Doch dagegen kann man etwas tun.

Ein trockener Stellplatz ist die halbe Miete

Wer sein Auto über einen längeren Zeitraum nicht bewegt, sollte an erster Stelle einen trockenen Stellplatz finden und das Fahrzeug nicht ungeschützt den äußeren Witterungsbedingungen aussetzen. Wer seinen Wagen dauerhaft an der Straße abstellen möchte, sollte außerdem bedenken, dass der Wagen hierfür zugelassen sein muss. Wer außerhalb der im Saisonkennzeichen festgelegten Monate das Auto im öffentlichen Raum stehen lässt, genießt keinen Versicherungsschutz. Für das Fahrzeug selbst sind Harze von Bäumen, Regen und Schmutz aber noch viel schlimmer, da diese zur Korrosion beitragen und den Lack angreifen.

Besser ist es deshalb sich einen Garagenstellplatz zu suchen, in dem das Auto trocken und sicher abgestellt werden kann. Wem das nicht möglich ist, und wer trotzdem draußen parken muss, der sollte wenigstens eine Schutzhülle für das Fahrzeug besorgen, um dieses abzudecken. Außerdem ist es ratsam, nach einer gründlichen Autowäsche eine Wachsschicht auf den Lack aufzutragen.

Flüssigkeiten und Batterie

Besonders Oldtimer sollten nicht mit leerem, sondern vollem Tank abgestellt werden. Der Grund: Ältere Modelle verfügen häufig noch über einen Stahltank und der ist rostanfällig. Weiteren Schutz bieten für diesen Fall auch spezielle Kraftstoffadditive, die im Kfz-Handel besorgt werden können. Autos ab Baujahren Mitte der 1980er Jahre verfügen dagegen meist schon über einen modernen Kunststofftank. Hier sind grundsätzlich auch bei halb leerem Tank keine Standschäden zu erwarten.

Besonders für Autos, die im Winter nicht bewegt werden, sollte außerdem das Kühlmittel mit ausreichend Frostschutz angereichert werden, um gravierende Schäden zu verhindert. Außerdem sollte für eine längere Standzeit der Luftdruck der Reifen etwas erhöht werden, dass die Pneus auch bei Nichtbenutzung kontinuierlich an Luft verlieren.

Das Hauptaugenmerk gilt jedoch der Batterie, denn sie entscheidet in den meisten Fällen darüber, ob das Auto auch nach einer längeren Standzeit wieder anspringt oder nicht. Bei älteren Fahrzeugen bietet es sich an, die Batterie auszubauen oder abzuklemmen, um ein Entladen zu verhindern. Bei modernen Fahrzeugen kann das jedoch zu Elektronikproblemen führen. In diesem Fall kann ein Erhaltungsladegerät den Stromspeicher am Leben erhalten.

Bewegung tut auch dem Auto gut

Da Rost über einen längeren Zeitraum auch an den entlegensten Stellen entstehen kann, sollte man nach Möglichkeit auch auf das Anziehen der Handbremse verzichten, damit sich diese nicht festsetzt. Wird nicht am Hang geparkt reicht in der Regel auch schon das Einlegen eines Ganges, um ein Wegrollen des Fahrzeugs zu verhindern.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bleibt aber festzuhalten, dass Bewegung dem Auto nicht schadet. Wer sein Sonntagsauto langfristig in Schuss halten möchte, sollte es deshalb auch regelmäßige - wenigstens alle paar Monate - ausgiebig benutzen und ausfahren, um Standschäden vorzubeugen.

Weitere Themen
Auf die richtige Pflege kommt es an: So bleiben selten genutzte Autos fit