Spätestens jetzt sollten Sie Ihre Winterreifen wieder aus dem Keller holen: Aber sind die Reifen überhaupt noch gut? Woran erkennt man verschlissene Reifen, auch, wenn diese noch ausreichend Profil aufweisen? Und welcher Pneu ist überhaupt der richtige für das Auto? Hier kommen die wichtigsten Tipps für den Reifenkauf.

Wieder einmal müssen sich Autofahrer in ganz Deutschland auf den Winter einstellen. Wer jetzt noch keine Winterreifen aufgezogen hat, sollte nicht mehr zu lange damit warten. Also ran an die Arbeit oder ans Telefon, um in der Werkstatt einen Termin für den Wechsel zu vereinbaren. Komplizierter wird es meist nur, wenn die alten Winterpneus ausgemustert werden müssen. In diesem Fall sollten Sie sich an den folgenden Tipps orientieren.

Wann muss der Reifen ausgemustert werden?

Generell gilt: Irgendwann ist das Reifengummi alt und kann nicht der die nötige Fahrsicherheit bieten. Deshalb sollten Reifen – unabhängig vom Zustand des Profils – nach spätestens zehn Jahren ausgemustert werden. Der ADAC empfiehlt sogar eine Höchsteinsatzdauer von nur acht Jahren. Besitzer von Wohnanhängern aufgepasst: Für Reifen von Anhängern über 3,5 Tonnen gilt abweichend ein gesetzliches Höchstalter von sechs Jahren. Das Reifenalter kann an der sogenannten DOT-Nummer (steht für Department of Transportation) abgelesen werden. Die Nummer befindet sich auf der äußeren Flanke eines jeden Pneus und ist folgendermaßen aufgebaut: Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden für das Produktionsjahr. So ist ein Reifen mit dem Aufdruck "4506" keinesfalls mehr zu verwenden: Er wurde Ende 2006 produziert und ist damit bereits über zehn Jahre alt.

Der zweite Wechselgrund ist der ganz normale Verschleiß des Gummis. Auch wenn der Gesetzgeber nur 1,6 Millimeter Restprofil fordert, empfehlen Experten, Winterreifen bereits ab vier Millimetern zu wechseln. Das hat einen einfachen Grund: Starkregen und Neuschnee können bei einem so runtergefahrenen Profil längst nicht mehr so gut verdrängt werden. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Reifenprofil zwar noch taugt, aber unterschiedlich abgefahren ist, reicht es meist, wenn Sie die Reifen pro Achse zu tauschen. Häufig sind Reifen auf der Antriebsachse einfach schneller verschlissen. Wenn Sie sich für ein frisches Paar entscheiden, sollten Sie dieses jedoch grundsätzlich auf der Hinterachse montieren beziehungsweise montieren lassen: Das ist wichtig für die Fahrstabilität.

So entscheiden Sie sich für den richtigen Winterreifen

Seit Mai dieses Jahres gilt erstmals die neue Kennzeichnungspflicht für Winterreifen. Die alte "M+S"-Markierung ist nur noch für Reifen gültig, die vor dem 31. Dezember 2017 produziert werden, und gilt dann höchstens noch bis Ende September 2024. In Zukunft muss ein Reifen das sogenannte "Alpine"-Symbol (Berggipfel und Schneeflocke) tragen. Das Piktogramm wird künftig übrigens auch auf Ganzjahresreifen zu finden sein. Dennoch: Wer regelmäßig im Gebirge oder schneereichen Gebieten unterwegs ist, sollte auf "echte" Winterreifen nicht verzichten.

Bei der Wahl des Reifenherstellers gilt: Wer auf bekannte Markenreifen setzt, macht in der Regel nichts falsch. Wenn Sie weniger Geld ausgeben wollen, fahren Sie mit Herstellern aus der "zweiten Reihe" aber auch nicht schlechter. Zudem haben viele Markenhersteller preisgünstige Tochtermarken im Programm, die etwas ältere, aber nach wie vor gute Modelle im Angebot haben. Abstand halten sollten Sie von echten "Billigreifen", meist aus China - deren Testergebnisse sind regelmäßig mangelhaft. Denken Sie beim Reifenkauf außerdem daran, dass die nackten Pneus noch auf die Felgen gezogen und ausgewuchtet werden müssen. Vermeintliche Sonderangebote im Baumarkt ohne Montage können sich daher recht schnell relativieren, wenn noch die Montagekosten hinzukommen. Schauen Sie deshalb auch beim Reifenhändler, ob etwaige Komplettangebote nicht sogar günstiger sind.

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