Einparken kann selbst für Vielfahrer zu einer echten Belastungsprobe werden. Der Parkassistent, den mittlerweile fast alle großen Marken anbieten, soll in diesem Fall Abhilfe schaffen. Doch ist auf ihn wirklich Verlass?

Wer kennt die Situation nicht? Man will am Rand einer viel befahrenen Straße parken, doch die Lücke zwischen den stehenden Autos ist winzig. Der erste Einpark-Versuch scheitert, die Beifahrer werden nervös, der Druck steigt. Spott setzt ein, die Autos hinter einem hupen laut, der Schweiß perlt.

Problem erkannt, Problem gebannt?

Den Autoherstellern ist dieses Problem, das selbst bei Vielfahrern auftaucht, natürlich nicht fremd. Und sie haben eine Lösung entwickelt: den Parkassistenten. Seit einigen Jahren ist das technische Hilfsmittel in den meisten Mittelklasse-Autos verfügbar und fällt bei jedem Anbieter ein wenig anders aus.

Grundsätzlich funktionieren moderne Einparkhilfen aber alle ähnlich: Auf der Seite des Autos sind Sensoren angebracht, die Parklücken automatisch ausmessen. Ein Bordrechner kalkuliert dann, wie weit das Lenkrad wann einschlagen muss, um in die Lücke zu kommen. Diese Werte gibt das elektronische Gehirn des Autos dann via Display an den Fahrer beziehungsweise direkt an die Lenkmechanik weiter.

Parkassistenten im Check

Mitte 2013 hat die Zeitschrift "auto, motor und sport" die Parkassistenten von zehn Mittelklassewagen auf Verlässlichkeit und Genauigkeit geprüft. Insgesamt überzeugten alle Autos, fuhren teilweise besser und schneller in die Parklücke, als es menschliche Fahrer selbst mit Hilfsmitteln je geschafft hätten. Der Großteil moderner Parkassistenten meistert auch Querbuchten, viele helfen selbst beim Ausparken.

Trotz des vielen Lobs hielt der Test aber auch einige Kuriositäten bereit. Der Audi A6 etwa suchte sich stets extrakleine Lücken und touchierte beim selbstbewussten Einparken schon mal nebenstehende Wagen. Beim BMW 1er kostet die Einparkhilfe satte 2.240 Euro und versteckt sich tief im Menü des Borddisplays. Einparken lag dem Bayer aber - und das auf beiden Straßenseiten.

Parkassistent-Pionier VW

Testsieger war VW: Beim Golf 7 kostet das System je nach Ausgangsausstattung zwischen 200 und maximal 750 Euro. Es ist laut "auto, motor und sport" simpel in der Bedienung und schmiegt sich selbst in nur fünf Meter große Parklücken - bei einer Wagenlänge von 4,25 Metern ein mehr als beeindruckender Wert.

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