Mängel am Neuwagen sind besonders ärgerlich, kommen aber auch bei den besten Herstellern immer wieder vor. Häufig sind die Verkäufer bei einer direkten Konfrontation alles andere als zuvorkommend und halten den Kunden nicht selten viele Wochen lang hin. In solchen Situationen ist es hilfreich, wenn Sie sich über Ihre Rechte im Klaren sind und diese dem Verkäufer vorhalten können. Welche das im Einzelnen sind, erfahren Sie nachfolgend.

Mängel am Neuwagen: Recht auf Nacherfüllung

Wenn Sie zu den unglücklichen Personen gehören, deren Neuwagen mit einem Mangel behaftet ist, dann sollten Sie sich zunächst einmal das Recht auf Nachbesserung des mangelhaften Fahrzeugs in Erinnerung rufen. Der Käufer hat nämlich die Möglichkeit, Mängel am Neuwagen auf Kosten des Verkäufers ausbessern zu lassen. Laut den gesetzlichen Vorgaben ist der Verkäufer verpflichtet, die zur Ausbesserung des Mangels erforderlichen Kosten zu tragen.

Daneben besteht für den Käufer nach dem Gesetz die Möglichkeit, die Lieferung einer mangelfreien Sache zu verlangen. Er kann alternativ die Ausbesserung des mangelhaften Fahrzeugs oder die Lieferung eines neuen, mangelfreien Fahrzeugs verlangen. Beide Rechte gelten allerdings nicht schrankenlos. Der Verkäufer kann die gewählte Art nach der Nacherfüllung verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. In diesem Fall beschränkt sich der Anspruch des Verkäufers auf die andere Form der Nacherfüllung.

Verkäufer redet sich heraus: Beweislastumkehr ist auf Ihrer Seite

Diese Rechte stehen Ihnen von der Übergabe des Fahrzeugs zwei Jahre lang zu. Sollte sich der Verkäufer darauf berufen, dass die Mängel am Neuwagen nicht von seiner Seite herrühren und versuchen, Ihnen die Verantwortlichkeit in die Schuhe zu schieben, dann hilft die folgende Information weiter: Das Gesetz sieht für den Fall eines Verbrauchsgüterkaufs (Kauf einer Sache bei einem Unternehmer) eine Beweislastumkehr für die ersten sechs Monate ab Übergabe des Fahrzeugs vor. Das bedeutet, dass der Verkäufer in der Beweispflicht ist, dass der Mangel nicht bereits bei Übergabe der Sache vorhanden war. Dieser Beweis wird dem Verkäufer in der Regel nicht gelingen, sodass Sie Ihr Recht auf Nacherfüllung/Nachlieferung notfalls auch vor Gericht leicht durchsetzen können.

Weitergehende Rechte bei Weigerung des Verkäufers

Sollte sich der Verkäufer weigern, die Mängel am Neuwagen zu beseitigen oder gegebenenfalls eine mangelfreie Sache zu liefern, können Sie nach erfolglosem Ablauf einer angemessenen Frist zur Nacherfüllung auch vom Vertrag zurücktreten oder den Kaufpreis mindern. Sollte Ihnen durch das Hinhalten seitens des Verkäufers ein weitergehender Schaden entstanden sein, können Sie nach der Fristsetzung auch diesen geltend machen.

Weitere Themen
Mängel am Neuwagen: Diese Rechte haben Sie gegenüber dem Verkäufer