Der Gebrauchtwagenkauf ist eine heikle Angelegenheit, insbesondere von privat zu privat. Zwar lässt sich auf diese Weise oft viel Geld sparen - im Falle von nachträglich entdeckten Mängeln bleiben Sie allerdings oftmals auf den Reparaturkosten sitzen. Wann es sich daher lohnen kann, zuvor ein Gutachten vom Auto erstellen zu lassen, lesen Sie im Folgenden.

Wer sich keinen Neuwagen leisten kann oder möchte, für den ist der Gebrauchtwagenkauf die kostengünstigere Alternative. Kaufen Sie einen Gebrauchten beim Autohändler, muss dieser meist in den folgenden zwei Jahren - mindestens jedoch ein Jahr lang - für nachträglich festgestellte Mängel haften. Anders sieht das beim Gebrauchtwagenkauf von privat aus. Hier muss der Verkäufer nur für Dinge haften, die im Kaufvertrag versprochen wurden, zum Beispiel, dass das Auto über eine Klimaanlage verfügt. Wer den gewünschten Gebrauchten also nicht ausreichend begutachtet und nach dem Kauf Mängel feststellt, bleibt auf den Reparaturkosten sitzen.

Vor dem Kauf immer sorgfältig hinsehen

Bevor Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, sollten Sie diesen daher immer sorgfältig in Augenschein nehmen. Sachverständigenstellen wie der TÜV oder die Dekra sowie Automobilclubs wie der ADAC stellen Ihnen dafür umfassende Checklisten bereit. Am besten nehmen Sie sich zur Besichtigung und Probefahrt zudem einen Bekannten mit, der sich gut mit Autos oder sogar dem entsprechenden Modell auskennt. Haben Sie keine solche Person im Bekanntenkreis, sollten Sie es erwägen, ein Gutachten erstellen zu lassen.

Gutachten vor Gebrauchtwagenkauf: Kosten versus Nutzen

Ein Gutachten können Sie zum Beispiel beim TÜV oder bei der Dekra in Auftrag geben. Sachverständige prüfen dann vor allem die Verschleißteile eines Fahrzeugs. Wer wissen will, wie es um Motor, Bremsen, Auspuff, Elektronik usw. bestellt ist, der findet mithilfe eines Gutachtens Antworten. So erhalten Sie einen Eindruck davon, ob der Preis des Gebrauchtwagens gerechtfertigt ist, und damit eine Grundlage für Verhandlungen mit dem Käufer. Darüber hinaus bekommen Sie einen Überblick, welche Folgekosten für Reparaturen in absehbarer Zeit auf Sie zukommen könnten.

Natürlich kostet die Erstellung eines Gutachtens eine nicht unerhebliche Summe Geld: je nach Modell zwischen 100 Euro (für einen herkömmlichen Gebrauchten) und 400 Euro (für einen sehr wertvollen Oldtimer). Daher sollten Sie im Einzelfall entscheiden, ob sich die Kosten lohnen. Generell gilt: Je mehr Geld Sie für einen Gebrauchtwagen ausgeben wollen, desto eher lohnt sich die Anfertigung eines Gutachtens - nicht nur beim Kauf von privat. Kommt Ihnen das Angebot eines gewerblichen Autohändlers dubios vor, sind Sie mit einem Gutachten auf der sicheren Seite.

Weitere Themen
Gebrauchtwagenkauf: Lohnt es sich, vorab ein Gutachten in Auftrag zu geben?