Jahr für Jahr entdecken mehr Menschen den Trend des Carsharings für sich. Insbesondere in der Großstadt entwickelt sich das Autoteilen zunehmend zur Alternative zum eigenen Auto. Möchten auch Sie ein solches Angebot nutzen, sollten Sie sich vorab gut informieren. Was passiert beispielsweise, wenn es zu Schäden am geliehenen Fahrzeug kommt?

Carsharing lohnt sich ganz besonders, wenn Sie grundsätzlich wenig Auto fahren - und wenn Sie dann hauptsächlich kurze Strecken zurücklegen. Je nach Modellrechnung wird der Schnitt bei 7.000 bis 10.000 Kilometern im Jahr gezogen, unterhalb derer sich Carsharing auch finanziell bezahlt macht. Das kann sich allerdings ganz schnell ändern, wenn Sie das geliehene Auto beschädigen. Je nach Anbieter wird das ganz schön teuer.

Das Auto vor Fahrtantritt auf Schäden untersuchen

Wie Sie es vom Mietwagen kennen, sollten Sie auch beim Carsharing-Fahrzeug genau hinsehen, bevor Sie einsteigen. "Die Kunden müssen sich vor Fahrtantritt überzeugen, dass der Wagen sicher ist", sagt Sebastian Ballweg, Chef der Carsharing-Plattform Autonetzer gegenüber dem Auto Club Europa (ACE). Zu kontrollieren sind in der Regel die Gültigkeit der TÜV-Plakette sowie das Profil der Reifen.

Nicht erfasste Schäden sofort melden

Weist das Auto zudem Kratzer oder Dellen auf, werfen Sie einen Blick in die Schadensliste im Fahrzeug. Wenn der entdeckte Schaden dort schon aufgeführt ist, können Sie ruhigen Gewissens losfahren. Ist er es nicht oder erhalten Sie das Fahrzeug stark verdreckt, sollten Sie die Zentrale des Anbieters kontaktieren. Denn wenn Sie das Auto so abgeben und der Nachmieter einen Mangel meldet, gelten Sie als Verursacher von Schaden oder Verschmutzung. Dann werden Sie im Normalfall vom Carsharing-Dienst zur Kasse gebeten.

Versicherungskonditionen vergleichen

"CarSharing-Kfz sind selbstverständlich vollkaskoversichert", schreibt der Bundesverband CarSharing (bcs) auf seiner Homepage. Verursachen Sie einen Schaden, müssen Sie allerdings wie bei einer privaten Kaskoversicherung eine Selbstbeteiligung entrichten. Die kann von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich in der Höhe ausfallen. Laut ACE verlangen Autonetzer und Car2go 500 Euro Selbstbeteiligung, bei Flinkster werden hingegen 1.500 Euro fällig. Darüber hinaus sollten Sie auch einen Blick darauf werfen, was es kostet, wenn Sie beispielsweise den Schlüssel verlieren.

Richtig teuer kann es natürlich werden, wenn der Anbieter Ihnen grobe Fahrlässigkeit unterstellen kann. Dann haften Sie für einen Schaden in voller Höhe. Bei Car2go dürfen Sie beispielsweise keinen Alkohol getrunken haben. Wer einen Schaden mit - in Deutschland zulässigen 0,1 Promille - verursacht, muss allein für die Reparatur aufkommen.

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