Nicht nur Kleinwagen geraten hinsichtlich ihres Platzangebots immer wieder an ihre Grenzen. Auch Kombis, Transporter oder ähnliche Automodelle reichen mitunter nicht aus, wenn beispielsweise ein Umzug ansteht. Sollen große und sperrige Gegenstände transportiert werden, muss ein Anhänger her. Dabei stehen viele Autofahrer vor der Frage: ungebremster oder gebremster Anhänger?

Jedes Fahrzeug, das über eine entsprechende Anhängevorrichtung verfügt, darf theoretisch einen Pkw-Anhänger ziehen. In jedem Fall müssen Sie aber darauf achten, dass Sie die zulässige Anhängelast des Fahrzeugs nicht überschreiten - diese ist von Modell zu Modell verschieden. Die entsprechenden Angaben finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Fahrzeugschein) unter den Punkten O.1 und O.2.

Gebremster oder ungebremster Anhänger?

Für einen kleineren Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 750 Kilogramm schreibt der Gesetzgeber keine eigene Bremsanlage vor. "Bei schwereren Trailern ist sie zwingend vorgeschrieben", informiert Daniel Korn von Bertelshofer, Firma für Anhängerkupplungen. Für Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 751 Kilogramm und 3,5 Tonnen ist eine sogenannte Auflaufbremse Pflicht.

Wie funktioniert eine Auflaufbremse am Anhänger?

Die Auflaufbremse wird aktiviert, indem das Zugfahrzeug verzögert und der Anhänger auf den Pkw aufläuft. Per Hebelwirkung wird die Kraft über die Anhängerkupplung auf die Bremse des Anhängers übertragen. Je stärker das Zugfahrzeug bremst, desto stärker bremst auch der Anhänger. Demzufolge schiebt auch ein gebremster Anhänger am Pkw - allerdings nicht so stark wie ein ungebremster.

Vorteile von Anhängern mit eigener Bremsanlage

Fahren Sie mit einem Anhänger, verlängert sich der Bremsweg des Gespanns. Da ein gebremster Anhänger dem Zugfahrzeug allerdings einen Teil der Bremslast abnimmt, ist dieser Effekt hier nicht so deutlich ausgeprägt wie bei ungebremsten Anhängern, die das Auto stärker schieben. Bei einem Praxistest der Zeitschrift "Boote" verkürzte sich der Bremsweg mit einem gebremsten Anhänger um rund 17 Prozent. Mit einem ungebremsten Anhänger kam das Gespann unter denselben Voraussetzungen (Vollbremsung aus 90 km/h) erst acht Meter später zum Stehen. Erfolgt eine Notbremsung in einer Kurve, ist die Gefahr des Ausbrechens beim Anhänger mit Bremsanlage außerdem geringer.

Mit einem Blick in Ihre Zulassungsbescheinigung Teil I werden Sie darüber hinaus feststellen: Mit einem ungebremsten Anhänger dürfen Sie nicht so schwere Lasten ziehen wie mit einem gebremsten Anhänger. Insbesondere Kleinwagenbesitzer können die maximal zulässige Anhängelast häufig nur ausnutzen, wenn sie auf einen gebremsten Anhänger zurückgreifen.

Weitere Themen
Mit dem Auto umziehen: Ab wann ist eine Bremsanlage am Anhänger Pflicht?